Talks IA8 im Test bei Hifi-Stars

Wolfgang Vogel Redakteur von Hifi-Stars schreibt:

Talk Electronics hat uns den Edwards Audio IA8 zum Test überlassen. Ein klassischer britischer Vollverstärker. Quellenwahl, Lautstärkeregler, fertig ist die Gerätefront. Rückseitig finden Line Signale (3 x RCA, 1 x Miniklinke) und - wenn die optionale Phonokarte drin ist - auch MM oder MC Signale Einlaß. Der Kollege Wolfgang Vogel schreibt: "Immer aber, egal, welche Lautsprecher angeschlossen sind, behält der IA8 die Übersicht und Kontrolle – ver- gleichbar mit John Steed („Mit Schirm, Charme und Melone“). Mit dieser Fähigkeit setzt er sich auch nochmals deutlich vom kleineren Geschwisterchen IA7 ab – er weist gerade bei rockig-fetzigen Tracks eine Autorität auf, die zu beeindrucken vermag. Familienintern verweist der IA8 den „kleinen Bruder“ also erwartetermaßen klar auf seinen Platz.

Auf den Punkt gebraucht

Wie ein klassischer englischer Sportwagen (etwas aus den Hause Aston Martin) zeigt der Talk Electronics IA8 nicht auf den ersten Blick, was er wirklich draufhat. Ein erstklassig verarbeiteter, stillvoller Vollverstärker mit reichlich Klangpotenzial soll es sein? Noch dazu kein "Allerweltsprodukt". sondern einer mit eigener und zugleich klassischer Formensprache? einer, der die riesigen "Watt-Boliden „klanglich das Fürchten lehrt, zugleich aber Understatement pur mit zurückhaltender Eleganz vereint? Dann ist der IA8 aus der "Edwards Audio Serie" von Talk Electronics mit ziemlicher Sicherheit genau Ihr Ding: Klanglich hervorragende und dabei sehr britisch im besten Sinne. Schlichtweg der beste englische Vollverstärker, den ich bislang gehört habe.

Talks EA IA 8 LP_3-2020

Let's talk - Stellen Sie sich vor, Smart würde auf einmal in der gehobenen Mittelklasse antreten und es wäre ein richtiger Coup. So oder so ähnlich kann man den Edwards Audio IA8 verstehen

Talk Electronics, die Mutterfirma von Edwards Audio entstand in den 90erJahren des letzten Jahrtausends aus der erfolgreichen "Cable-Talk"-Marke. Die Produkte haben seit ihrer Einführung in Deutschland in den vergangenen Jahren sukzessive für Aufsehen und Begeisterung gesorgt, und das vor allem wegen ihres überragenden Preis-Leistungs-Verhältnisses. So hat Kollege Thomas Schmidt diverse Voll- und Phonoverstärker sowie Plattenspieler mit großem Vergnügen besprochen. Mit dem IA8 ist das eine etwas andere Geschichte, er ist die Essenz aus 24 Jahren Verstärkerdesign von Kevin Edwards, dem Talk-Electronics-Chef und Namensgeber der gesamten Linie. Sprich, Edwards hat ihn entwickelt, um zu zeigen, was er wirklich draufhat, und zwar ohne die ganz großen Einschränkungen eines günstigen Produkts. Zur High End in München will er dann eine ganze Reihe vorstellen, namentlich die Vorstufe C8, die Stereoendstufe P8 und die Monos M8. Der IA8 hat genau drei Hochpegeleingänge, einen Tape-Eingang und einen Vorstufenausgang: Das war's. Eine Phonoplatine kann nachgerüstet werden, einen DAC auch oder Kopfhörereingang sucht man vergebens .Der IA8 ist  Damit ist er genauso anachronistisch oder, wenn Sie so wollen, puristisch wie mein Lavardin, deren klangliche Signatur sich allerdings deutlich von der des IA8 unterscheidet. Aber das ist ein anderes Thema. Kevin Edwards hat zu seiner puristischen Entscheidung eine dezidierte Meinung: "In diesem Preissegment sollte man eine Schaltung nicht durch einen internen D/A-Wandler "verseuchen", zumal ich sehr viel Zeit darauf verwendet habe, den Verstärker so störgeräuscharm wie nur irgend möglich zu designen."  Außerdem, und auch da gebe ich ihm recht, wollte er ein Statement in Sachen Vollverstärker abliefern und nicht ein Produkt, das sich durch mittelmäßige interne Lösungen praktisch selbst abschafft und einen zum Upgrade zwingt. Man kann den IA8 ja bei höherem Leistungsbedarf durch eine zweite Endstufe ergänzen und mit hauseigenen externen Wandlern oder Phonostufen "schmücken" sowie mit einer Aktivplatine für die bald erscheinenden Lautsprecher SP8 fi t machen. Ja, so kann man das sehen, auch wenn sich dadurch der Traum vom Vollverstärker, der alles kann, relativiert. Entwickelt wurde er komplett von Kevin Edwards, der zwar kein gelernter Ingenieur ist, dafür aber studierter Trompeter mit dem Spezialgebiet Big-Band-Jazz. Und nicht nur das, die meisten seiner Mitarbeiter sind Musiker unterschiedlicher Couleur. Ihr Wahlspruch ist deshalb wenig verwunderlich: "If it doesn't swing it goes in the bin": Wenn ein Produkt also keinen musikalischen Fluss zulässt, kommt es in die Tonne. Entwicklung und Fertigung finden unter dem Label "Still made in Britain" komplett in England statt, was alles andere als alltäglich ist. Der I 8 ist Weiterentwicklung des erfolgreichen IA7 und geht letztlich sogar auf ihren ersten Amp namens Talk Storm 1 zurück, der eine ähnliche Endstufentopologie hatte. Edwards ist ein Fan von Mos-Fets, ihres Klangs, ihrer Zuverlässigkeit und Temperaturstabilität und weil sie ihm erlauben, auf eine Strombegrenzungsschaltung zu verzichten, die nach seiner Erfahrung dem Klang schadet. Im Eingang setzt er bipolare PNP-Transistoren ein, die von einer Vier MosFets pro Kanal sorgen für ordentlich Ausgangsleistung Konstantstromquelle gespeist werden. Dadurch kann er auf zusätzliche DC-Servos verzichten, die er leidenschaftlich hasst, weil sie nach seinem Dafürhalten üble Klangverschlechterer sind. Wie schon erwähnt, standen Verzerrungs-und Störgeräuscharmut ganz oben auf seiner Designliste. Die Abstände zwischen dem besten und dem schlechtesten Wert sollen um den Faktor zehn besser liegen als üblich, wofür er einen gehörigen Aufwand betreibt. Zum einen spielt natürlich das Layout inklusive kurzer Übertragungswege für niedrige Induktivitäten eine entscheidende Rolle. Hinzu kommt, dass sämtliche aktiven Bauteile passiv gefiltert und separat geerdet werden. Er hat auch verstanden, dass fette Kondensatorbänke dem Klang typischerweise nicht helfen, sondern ihn durch die hohen Anstiegszeiten verlangsamen. Deshalb setzt er auf lokale Filterungen und hält die Netzteilsiebung so niedrig wie nötig - wie immer ist das alles eine Frage der Balance. Die Standardplatinen kaufen sie zu - an dieser Stelle ist noch etwas Luft nach oben, wie er mir verriet. Ich benutze ein Gerät normalerweise direkt nach dem Einschalten. Das wollen nicht alle Geräte, der IA8 sicher nicht. Er wollte auf jeden Fall erst mal gut fünf Stunden am Netz bleiben, bevor er sich zu irgendeiner positiven Klangäußerung bewegen ließ. Das war auch nicht verwunderlich, denn er war etliche hundert Kilometer gereist, eiskalt und in vollkommen unbekannter Umgebung. Was aber nach seiner Akklimatisation passierte, war doch höchst erstaunlich. Duke Ellington klang schlank, die Raumanmutung wirkte sehr natürlich und nach und nach stellte sich ein eleganter, dunkler, farbiger, weicher Klang ein, der sich dann immer mehr profilierte. So nahm ich Miles Davis Überklassiker "Kind of Blue" extrem elastisch und Der Trafo des I8 ist zum großen Teil fürs erkleckliche Gewicht des Gerätes verantwortlich präsent mit einer irre guten Bassdefinition wahr. John Coltrane spielte deutlich wahrnehmbar im Raum und nicht neben, hinter, über oder zwischen den Lautsprechern. Da beim Vertrieb leider keine Phonoplatine auf Lager war, musste ich mich behelfen, wobei Kevin Edwards mir verriet, dass er für eine externe Phono plädieren würde, die dem IA8 gerecht wird und nicht wirklich für die aktuell erhältliche 100-EuroPlatine: verständlich. Charlie Byrd klang dann im Zusammenspiel mit meiner Air Tight ATE 2005 leicht gebremst. Man könnte die Wiedergabe aber auch als extrem entspannt und gleichzeitig super artikuliert, tiefer im Raum verortet als üblich, mit feinsten Nuancen beschreiben. Und doch fehlte mir da etwas innere Spannung. Shirley Horn hingegen klang ausgesprochen lässig und dabei höchst präsent, als spielte sie direkt im Raum. "Lover Man" bekam eine neue, ungemein betörende Note und entwickelte ein enormes Livegefühl. Auch die Anschlagsdynamik ihres Klaviers ließ so gar nichts zu wünschen übrig. Es wäre sehr spannend gewesen, eine dem IA8 adäquate, hauseigene Phono mit dem IA8 zu hören, um ihn als Gesamtkunstwerk begreifen zu können. Stattdessen höre ich die CD "Lunatico" vom Gotan Project. Die Aufnahme hat ohnehin etwas Hypnotisches und nun macht mich der IA8 zur Schlange, die nach dem Willen ihres Dompteurs tanzt - wirklich spannend. Der IA8 macht etwas sehr Seltenes: Er ebnet nicht ein und lässt jede Musik gut oder ähnlich klingen. Nein, er scheint wirklich das wiederzugeben, was auf der Aufnahme gespeichert ist, trennt sozusagen die Spreu vom Weizen. Ich bin mit solchen Aussagen normalerweise sehr zurückhaltend, da ich nicht wissen kann, was wirklich in die Rillen oder auf die CDs gebannt ist. Aber es ist schon auffällig, wie unterschiedlich er eben nicht klingt, sondern abbildet. Das heißt nicht, dass man mit ihm nur gut aufgenommene Musik hören kann. Man scheint mit ihm genauer hören zu können, und das ist gerade im Verbund mit meinen Rogers-Monitoren eine außergewöhnliche Erfahrung, die ich so bisher noch nicht machen durfte. Und ich gebe zu, ich hätte gerne noch mehr Zeit mit dem Edwards Audio IA8 verbracht, um ihn noch besser kennenzulernen, denn er ist ein ganz besonderer, ein großartiger Vollverstärker.  –

Christian Bayer

Edwards Audio IA1  LP_2-2018

Der Preis ist leider zu einem der Hauptkriterien geworden, der anspruchsvolles HiFi von der „normalen“ Unterhaltungselektronik
abgrenzt. Was wäre, wenn es auch im Jahre 2018 Geräte gäbe,die zu einem volksnahen Preis Vorzügliches leisten?
Was heißt „wäre“ – hier kommt der Edwards Audio IA1

Geht doch
So lange ist es noch gar nicht her, dass ich mich mit zwei Phonostufen von Edwards Audio beschäftigt habe, die zu einem sensationell günstigen Preis in ebenso erstaunlich kleinen Kistchen eine mehr als ordentliche Leistung abliefern. Da versteht es sich von selbst, dass auch ein Vollverstärker aus dem Hause Edwards kompakt und preiswert ist. Wohl wissend, dass es noch diverse Leistungs- und Ausstattungsstufen über unserem Testgerät gibt, habe ich mich für das absolute Einsteigermodell entschieden, ergänzt um die Phonooption, die für uns natürlich Pfl icht ist. Somit kostet der IA1 in LP_2-2018 der P(hono)-Variante 499 + 99 = 598 Euro.
Das ist ohne Wenn und Aber: Erfreulich,sogar sehr erfreulich, zeigt es uns doch, dass noch Hoffnung besteht, dass sich auch Normalsterbliche mit HiFi-Geräten mit ein bisschen Anspruch versorgen können. Und abseits all der Cost-no-Object-Geräte auch für den Tester eine Gelegenheit, sich mal wieder zu erden.
Was bekommt man also für sein Geld: Das ist zum einen erst einmal ein Gehäuse, das sich sogar sehen lassen kann, ordentliche gepulverte Blecharbeit mit einer dicken Acryl-Frontplatte, die im Betrieb von innen heraus rot angeleuchtet wird. Die beiden großen Bedienknöpfe sind sogar aus Metall, fühlen sich recht wertig an und eiern auch nicht auf ihren Achsen. Das haben wir schon bei weitaus teureren Geräten deutlich schlampiger gesehen. Die Frontplatte weckt übrigens eine Erwartung, die der IA1 nicht erfüllen kann: Hinter der schön ausgeleuchteten „Remote“-Aussparung sitzt kein Sensor – auch eine Nachrüstung ist nicht vorgesehen. Dafür kann man, wenn man ganz lieb „bitte“ sagt, darauf hoffen, dass der Vorverstärkerausgang
nachgerüstet werden kann, auch wenn dies für das Einsteigermodell nicht geplant war. Rückseitig gibt es für einen so kleinen Verstärker ganz schön viele Eingänge, einen Record-out und den für uns so wichtigen Phonoeingang samt Masseklemme. Leider sitzt auch der Hauptschalter auf der Rückseite, so dass der Edwards-Amp nicht zu tief und endgültig ins Rack geschoben werden kann. In Sachen Lautsprecheranschlüsse ist man im Hause Edwards pragmatisch vorgegangen: Es gibt nur versenkte Bananenbuchsen, Gabelschuhe und blanke Litzen müssen draußen bleiben. Ich denke, das ist verschmerzbar, schlimmstenfalls  muss man vorhandene Kabel einseitig umkonfektionieren(lassen).
Blicken wir ins Innere des Gerätes: Aufgeräumter Aufbau auf Platine, gute bis sehr gute Bauteilequalität und ein sinnvoll dimensioniertes Netzteil, das die angegebenen Leistungsdaten absolut glaubwürdig macht. Voodoo muss man hier nicht suchen, das überlässt man gerne anderen. Hier gibt es einfach solide Technik zu einem fairen Preis. Und das gibt es dann auch im Spielbetrieb zu hören: Der kleine IA1 tut sich mit allen Lautsprechern, die nicht über einen extrem fi esen Impedanzverlauf verfügen, sehr leicht. Das spricht nicht nur für die Leistung, sondern auch für einen anständigen Dämpfungsfaktor.
So habe ich mir den Spaß gemacht, die große Lumen-White-Box, die im Paar fast hundert Mal(!) so viel kostet, an den kleinen Edwards Audio zu hängen.
Und ja: Das geht. Ausreizen im Sinne des letzten i-Tüpfelchens in Sachen Feinaufl ösung, Raumabbildung und Dynamik ist es nicht, aber der Grundcharakter der wundervollen Box kommt auch mit dem kleinen Briten voll zur Geltung. In seinem Element sehe ich ihn aber erst mit Spielpartnern auf Augenhöhe – so habe ich den IA1 mit diversen Spendor-Boxen ganz wundervoll zusammenspielen lassen. In Sachen Preisgestaltung passt die kleine Standbox A2 (oder entsprechend die kompakte A1) noch ganz gut zum Edwards-Verstärker. Und diese Kombination entfaltet dann diesen ganz eigenen Charme, den man britischen HiFi-Geräten schon seit Jahrzehnten nachsagt, nicht immer zu Recht, aber in unserem Falle eben doch. Satt und mit Schmelz spielt der Edwards mit Hochpegelquellen wie mit Phono gleichermaßen gediegen auf. Das ist jetzt vielleicht nicht die fi nale Wucht im Bass oder die delikate Finesse schlechthin, aber allemal eine sehr gelungene Allround- Darbietung, die mir als Hörer das eine ums andere Mal ein zufriedenes Lächeln Messtechnik-Kommentar  entlockt hat. Der Fußwipp-Faktor kommt ebenfalls nicht zu kurz: Die Kontrolle im Bass stellt auch hohe Ansprüche zufrieden. Wenn es einen satten Groove auf der aufgelegten Platte gibt, dann erreicht der auch ohne Umschweife das Ohr des Hörers und – wenn man denn möchte – auch mal die Magengrube. Die räumliche Abbildung ist realistisch in Breite wie Tiefe, dabei aber nicht mit der absoluten chirurgischen Präszision, die viel größere Geräte manchmal erreichen. Um ehrlich zu sein, meistens möchte ich das auch gar nicht hören, sondern lieber die elegante Ausgewogenheit eines Verstärkers wie des IA1. Das Phonoteil des Edwards kann seine Verwandtschaft zu den unlängst getesteten Apprentice-Phonovorverstärkern nicht leugnen: Es steht den Hochpegelkanälen in nichts nach und kann externen Einheiten, die alleine schon so viel kosten wie der ganze Vollverstärker, durchaus das Wasser reichen. Und das funktioniert eben nicht nur mit „einfacher“ Pop- und Rockmusik, nein, der IA1 kann auch anspruchsvolle klassische Musik mit komplexen Strukturen adäquat wiedergeben, die Staffelung eines großen Orchesters plausibel aufdröseln und die Stimmführung in den einzelnen Instrumentalgruppen klar differenzieren. Das Beste daran ist aber, dass, egal mit welcher Musik, der Edwards seine technische Qualität immer so umsetzt, dass der Hörer die Freude an der Musik spüren kann, die den ganzen Reiz der Angelegenheit ja ausmacht.
Thomas Schmidt

Unterm Strich …
» Knapp 600 Euro für einen Vollverstärker mit Phonoteil „Made in England“ –
muss ich noch mehr sagen? Ach ja, vielleicht eines noch: Der Edwards
IA1 P ist verdammt gut!

Edwards Audio IA7W

Stereo-Amp für preisbewusste HiFi-Enthusiasten
Der IA7W ist voll auf die audiophile Wiedergabe getrimmt. Ein HiFi-Spezialist für anspruchsvolle Musikfreunde, die über ein weniger
üppiges Budget verfügen, aber das Maximum an Klang erwarten. Das zumindest verspricht Edwards Audio mit diesem schicken Stereo-Verstärker, der dafür vollständig auf eine Digitalsektion verzichtet. Anschluss findet dafür alles, was analog ist. Der IA7W bietet zudem noch einen Rec-Out-Ausgang und optional einen Phono-PreAmp. Letztgenannten kann man wahlweise für einen kleinen Aufpreis gleich mitbestellen oder auch später nachrüsten. Noch nie von Edwards Audio gehört? Die Marke gehört zu Talk Electronics mit Sitz in Virginia Water, etwa 35 Kilometer westlich von London. Das Unternehmen hat sich bereits 2010 einen exzellenten Ruf mit dem vergleichsweise preiswerten Plattenspieler Edwards Audio TT1 gemacht. 2014 wurde das Produktportfolio dann auf HiFi-
Systeme ausgeweitet und erstmals auf der High-End in München vorgestellt. Bemerkenswert ist, dass Talk Electronics mit einigem Stolz darauf verweist, dass alle Geräte komplett im Werk in England hergestellt werden. Selbst die verwendeten Platinen werden dort von Hand verdrahtet und verlötet. Zugleich kommen ausschließlich sehr hochwertige und langlebige Komponenten zum Einsatz. Um das alles budgetorientiert bewerkstelligen zu können, schafft der Hersteller regelmäßig neue Maschinen an. So gelingt es dem noch jungen Unternehmen, ausgezeichnete Geräte in einem attraktiven und umkämpften Preisbereich anzubieten. Blaues Leuchten und weitere Äußerlichkeiten. Für so manchen Betrachter erscheint der Edwards Audio IA7W vielleicht ein bisschen aus der aktuellen Zeit gefallen. Andere finden das Design eher zeitlos und elegant. So zumindest die Meinungen der Kollegen aus der Redaktion. Aber über Geschmack lässt sich ja bekanntlich nicht streiten. Neugierig gemacht hat mich allerdings das „W“ in der Produktbezeichnung, das ich von Edwards noch nicht
kannte. Dieses steht hier für „wide“, also für die breite Version des IA7. Im Gegensatz zu seinen Vorgängern kommt dieser Verstärker nämlich nicht im Half-Size-Format, sondern in 44-Zentimeter-Ausführung daher. So passt sich der IA7W auch viel besser in das klassische HiFi-Gefüge ein und dafür wurde er schließlich auch entwickelt. Die Vorderseite ziert Acrylglas mit blauer Hintergrundbeleuchtung, das von einem neun Millimeter breiten Alu-Rahmen eingefasst ist. Das wirkt schonmal sehr edel und hochwertig.

Auf das Wesentliche reduziert
Links auf der Front befindet sich die beleuchtete Typenbezeichnung, auf der rechten Seite zwei große Regler. Der linke selektiert die Eingänge und bietet eine Mute-Stellung. So kann man den Verstärker schnell zum Schweigen bringen, falls beispielsweise das Telefon klingelt. Der rechte, voluminöse Regler ist für die Justage der Lautstärke zuständig. Wird dieser voll aufgedreht, liefert der kleine Brite 2 x 60 Watt an acht Ohm an die angeschlossenen Lautsprecher. Das hört sich jetzt vielleicht nicht so viel an, ist aber für Räume bis zu einer Größe von 40 Quadratmetern locker ausreichend. Beim
Raumbedarf hält sich der IA7W, wie bereits erwähnt, an die üblichen 440 Millimeter in der Breite. In der Höhe habe ich 100 Millimeter gemessen, in der Tiefe würde ich 400 Millimeter veranschlagen, damit die Kabel nicht gequetscht werden. Die Lautsprecherterminal sitzen vertieft im Gehäuse. Das heisst, Kabel können nur mit Bananensteckern angeschlossen werden.
Bedienungsangelegenheiten
Wer sich beim seines Vertrauens Händler umschaut, wird vermutlich noch nie die außergewöhnliche Fernbedienung des IA7W zu Gesicht bekommen haben. Ein English Breakfast trifft auf dem Festland nicht unbedingt auf ungeteilte Zustimmung. So geht es mir auch mit dem Infrarotgeber meines Testgastes. Sie funktioniert zwar tadellos und wiegt mitsamt Batterien nur 70 Gramm. Die blauen Quellenwahltasten harmonieren auch weitestgehend mit den Leuchten des Frontpanels. Die grünen Tasten für die Lautstärkeregelung und weitere Funktionen wollen aber nicht ins Bild passen. Ebenso die leicht gewölbte Form der Fernbedienung, die eher an eine Computer-Mouse, als ein Zubehör für ein HiFi-Produkt erinnert. Ohne zuviel vorweg zu nehmen: Das wäre auch der einzige
echte Kritikpunkt in meinem Test. Hier hätte Talk Electronics sicher eine passende Fernbedienung im Stile des Geräts entwerfen können. Eine Glasoberfläche mit schwarzen Tasten und Hintergrundbeleuchtung wäre schick gewesen.
Stromangelegenheiten am IA7W
Für mich ein Grund mehr die wirklich hochwertigen und robusten Regler direkt am Gerät zu bedienen. Die reagieren jederzeit exakt und die Lautstärke kann in feinsten Nuancen geregelt werden. Nicht ganz praktisch empfinde ich dagegen, dass sich der Netzschalter auf der Rückseite des Verstärkers befindet. Ist das Gerät nicht oben auf dem Regal positioniert, muss immer hinter das Rack gegriffen werden, um den IA7W vollständig vom Netz zu nehmen. Eingefleischte HiFi-Enthusiasten werden entgegnen, dass man ein Audio-Gerät ohnehin nie ausschalten sollte. Umweltbewusste Musikfreunde haben dagegen andere Argumente. Wie auch immer, die hinterleuchtete Front des Edwards-Amps ist immerhin so hübsch, dass der Verstärker aus optischen Gründen auf Mute stehenbleiben sollte. Alternativ lässt sich die HiFiKette aber auch an einer funkgesteuerten Netzleiste betreiben und so bei Verlassen des Hauses komplett vom Strom nehmen. Auch das ist in vielen HiFi-Ketten heute längst Standard.
Leben und Leidenschaft
Legt der Edward Audio IA7W dann los, sind diese Kleinigkeiten aber schnell vergessen. Was die Klangabstimmung betrifft, haben die Engländer nämlich einen ausgezeichneten Geschmack bewiesen. Die Endstufe packt ordentlich zu, sobald reichlich Leistung verlangt wird. Richtig Spaß hat mir mein Probehören mit den kompakten Spendor Classic 4/5 gemacht. Mit einer Belastbarkeit von maximal 120 Watt passen sie auch technisch gut zum Verstärker. Dieses Versprechen wird im Hörtest dann schnell eingelöst, hier sprechen die Spendors nämlich sofort agil und wendig an. Da mein Gehör auf natürliche Geräusche trainiert ist, füttere ich den IA7W zunächst mit reichlich Akustik-Material. Ein erstes Beispiel wäre die StonesSour-Version des Chris isaak-Klassikers „Wicked Games“. Diesen eher ruhigen Song interpretiert der Edwards-Amp dann sofort mit Leben, Leidenschaft und Knack. Die füllige Stimme von Corey Taylor wird sofort kraftvoll und detailliert in Szene gesetzt. Die Verteilung der Gitarren gelingt auf beiden Lautsprechern ausgezeichnet.
Klar und fein
Was mich aber so richtig begeistert, ist die akustische Reproduktion des überschaubaren Raums, in die Musik spielt. Er wird glaubhaft hinter und zwischen den Schallwandlern abgebildet, ohne dass das Klangbild an Korrektheit verliert oder die musizierenden Gitarren zu gigantisch oder zu klein dargestellt werden. Und auch wenn es etwas ruhiger, zugleich aber dennoch druckvoll zugehen soll, zuckt der IA7W nicht zusammen. „Anima“ von Angela Puxi ist eines meiner oft genommenen Testtracks. Entsprechend gut kenne diesen Song, der mit tiefen Bässen, zahlreichen Perkussionsinstrumenten und der satten Stimme der Sängerin aufwartet. Über den Edwards-Verstärker reproduziert, wird mir hier ein druckvolles, harmonisches und agiles Bild abgeliefert, das sofort Spaß auf mehr macht. Meine Redaktion ist eine deutliche Erhöhung der Lautstärke. Was mich dabei besonders erfreut: Statt, wie bei vielen Mitbewerbsmodellen nach einem deutlichen Pegelanstieg üblich, kommt der IA7W ohne nerviges Rauschen oder eine Aufdickung im Bass auf.
Agil und vehement
Im weiteren Verlauf meines Tests lasse ich dann noch jede Menge weiteres Musikmaterial auf den Briten los. Was mich dabei stets überzeugt, ist die ausgezeichnete Kanaltrennung. Trotz gerade einmal 60 Watt Ausgangsleistung knallen mir stramme und hochpräzise Bässe entgegen. Alles auf einem sauberen, unverrauschten und wirklich klaren Hintergrund. Keine Spur von überzogener Wärme oder unnötiger Härte. Im Gegenteil, der IA7W zieht zwar kräftig an, gibt mir aber nie das Gefühl angestrengt oder überfordert zu sein. „These Bones“ von den Fairfield Four erschallt beispielsweise brillant und
sauber abgestimmt im Raum. Dabei zeigen die Spendor-Lautsprecher dann ein weiteres Mal, dass sie hervorragend mit meinem Testgast harmonieren. Sehr gut gefällt mir, das der Lautstärkeregler so ausgelegt ist, dass ich den Pegel selbst im leiseren Bereich fein justieren kann. Das ist hier ein wichtiger Punkt, denn der IA7W geht auch unter niedrigen Lautstärken agil und vehement zur Sache.Im Praxistest habe ich den IA7W u.a. mit den beeindruckenden Spendor Classic 4/5 gepaart.
Analog, aber richtig
Der Edwards Audio IA7W nimmt zwar Signale von analogen Quellen entgegen, dafür allerdings in allen Varianten. Der hochwertige CD-Player hat meist bessere Wandler als die meisten Verstärker. Er wird also ohnehin analog verbunden. Oder es wird gleich ein externer DAC wie der CocktailAudio N15D verwendet. Auch das geschieht über den analogen Weg. Die Eingänge des IA7W reichen von zwei Tape-Eingängen, einem 3,5-MillimeterAux-In und zwei weiteren Cinch-Ports bis hin zum (optional erhältlichen) Phono-Anschluss. Letzterer schlägt mit gerade einmal 100  Euro zusätzlich zu Buche, bietet dann aber auch Entzerrerstufen für MM-Tonabnehmer. Das alles wäre aber nicht komplett, könnte man seine Platten nicht auch noch aufnehmen. Tatsächlich stehen am Verstärker noch „Rec-Out“-Buchsen zur Verfügung. Wer also noch ein Tape-Deck sein Eigen nennt, oder über eine Bandmaschine verfügt, hat hier ein zeitgemäßes Gerät für den Anschluss gefunden.
Digitales Hintertürchen?
Außergewöhnlich ist der 3,5-Millimeter-Klinkeneingang für den Anschluss moderner Zuspieler. An ihm finden bevorzugt portable Geräte Zugang. Ich habe das mal mit einem iPad und einem Wireless Transmitter ausprobiert. So findet beispielsweise die auf dem iPad abgelegte Musiksammlung Gehör über die großen Lautsprechern und auch Spotify, Tidal und weitere Musikdienste sind über diesen (Um)Weg erreichbar. Selbstverständlich ist die externe Digital-zu-Analog-Wandlung klanglich nicht so gut, wie in einem dedizierten HiFi-DAC. Das Ergebnis hat mich aber dennoch positiv überrascht und kann sich durchaus hören lassen. Schließt man hier einen Bluetooth-Adapter an, lässt sich die Zuspielung vom Smartphone oder Tablet dann sogar ganz ohne Kabel vornehmen. Ich kann mich nur wiederholen: Dass der Edwards keine digitalen Signale direkt entgegen nimmt, ist für mich kein Negativpunkt. Wer audiophile Digitalquellen anschließen möchte, wird ohnehin einen externen DAC verwenden. Warum dann für einen internen Wandler bezahlen?
Da ist noch ein Ausgang
Einen weiteren Port hätte ich beinahe vergessen. Am Edwards Audio IA7W gibt es noch einen „Main Pre Out-put“ für die Verkettung mit einer externen Endstufe. Das heisst, mein Testgast lässt sich bei Bedarf aufrüsten und als reiner Vorverstärker verwenden. Diesbezüglich bietet sich dann der Edwards Audio P7 als externe Endstufe mit einem deutlich höheren Leistungspotenzial an. So verbunden, ist dann auch der Bi-Amping-Betrieb möglich. Hat man passende Lautsprecher, wie beispielsweise die Spendor Classic 200 verkettet, lassen sich die Tiefton- und Hochtoneinheiten über separate Endstufen ansteuern. Eine weitere Aufrüstmöglichkeit stellt die Erweiterung um einen aktiven Subwoofer dar, der so für eine Extraportion Druck im Tiefbassbereich sorgt. Auch der lässt sich am erwähnten Main Pre Output anschließen. Die erforderliche Frequenztrennung erfolgt in diesem Fall über die entsprechenden Werkzeuge am Subwoofer.
Fazit
Der IA7W ist ein durch und durch wohlklingende Verstärker. Die Handarbeit und die Sorgfalt, die die Briten hier an den Tag legen, machen sich klanglich bezahlt. Glücklicherweise muss man aber kein Vermögen für diesen klassischen Vollverstärker auf den Tisch legen, der Edwards-Amp ist bereits für rund 1.190 Euro zu haben! Als kleines Schmankerl erhält man noch Rec-Out dazu. Das ist heute eher eine Seltenheit und für viele Musikfreunde sicher ein echtes Pro-Argument. Für Freunde von Vinylscheiben ist das optionale Phono-Modul ebenso ein Must-have und jeden Cent wert. Materialqualität und Verarbeitung des IA7W sind zudem über jeden Zweifel erhaben, die Bauteile werden wohl Jahrzehnte überstehen. Nur die Fernbedienung sollte vielleicht doch lieber Einzug in eine Schublade halten.

Testurteil

+ ausgewogener Klang
+ imposante Grundtondynamik
+ feine Hochtonauflösung
+ überzeugende Räumlichkeit
+ hohe Materialqualität
+ sehr gute Verarbeitung
+ MM-Phono Pre-Amp optional
- keine Digitaleingänge
Benotung: Klang (60%):     89/90 Praxis (20%):89/90 Ausstattung (20%): 87/90
Gesamtnote:     88/90
Klasse:     Oberklasse
Preis-/Leistung sehr gut

IA7 Stereoplay

Der Aufsteiger

TALK Electronics ist alles andere als ein Newcomer. Dennoch sind die Briten in Deutschland noch nicht sehr bekannt. Es wird Zeit, das zu ändern.

Die Edwards-Audio-Geräte stammen aus Großbritannien und gehören zum Mutterkonzern TALK Electronics.

Seit mehr als 15 Jahren baut TALK Electronics HiFi-Geräte und Lautsprecher und deckt dabei überwiegend einen Preisbereich ab, den man als vernünftig oder auch freundlich beschreiben könnte. Das Portfolio umfasst neben Lautsprechern auch Phonovorstufen, Plattenspieler, Kopfhörerverstärker, eine Vor-/End-Kombi sowie, natürlich, Vollverstärker. Den zweitgrößten, sprich zweitteuersten, haben wir zum Test geladen. Er heißt Edwards Audio IA7 und basiert auf dem IA2R, den es mittlerweile nicht mehr gibt. Gegenüber seinem Vorgänger wurde hier an einigen klangentscheidenden Stellschrauben gedreht. So ist der neue 340VA-Trafo hochwertiger, ruhiger und ermöglicht, dass nun bis zu 83 Watt an acht Ohm bereitstehen (109 an vier). Zur Glättung stehen insgesamt 20.000 Mikrofarad (μF) in Kondensatoren bereit. Das Platinenlayout kam ebenfalls auf den Prüfstand, sodass auch hier noch Verbesserungen erzielt werden konnten. Der Netzeingang verfügt über eine Gleichstromblockierung zum Schutz vor Gleichstromanteilen, und die gesamte Elektronik profitiert von einem stabilen Gehäuse, das Vibrationen fernhält. Im Gegensatz zu den kleineren Modellen wird die Front von einem 9 mm starken Außenrahmen umrahmt.

Blaues Licht

Das von blauen LEDs von hinten beleuchtete Acryl-Display unterscheidet den IA7 zudem von den kleinen Geschwistern, die grün oder rot beleuchtet sind.

Der IA7 verfügt über einen serienmäßigen Vorverstärkerausgang:

ein Vorteil gegenüber dem Vorgänger, bei dem dieser noch optional war. Sollte man doch mal mehr Power benötigen, kann hier die Edwards-Audio- Endstufe P7 andocken (Preis: 899 Euro). Erfreut hat uns auch der rückseitige 3,5-mm-Klinkeneingang, mit dem man zum Beispiel einen mobilen HiRes- Player in die Anlage einbinden kann.

... Vielmehr nutzte der Edwards Audio IA7 die Gelegenheit, um uns zu begeistern! Er spielt ungemein lebendig, mit einer leicht spritzigen Note. Das ist kein aufdringliches Klangbild, aber eines, das durchaus ein wenig Leben in die Bude bringen kann. In „My Generation“ von Teodross Avery überraschten uns der konturierte Bass und die insgesamt dynamische Wiedergabe. Er zeigte keine Scheu vor großen Pauken oder feinen Stimmen. Ein wahrer Allrounder.

Alexander Rose ■

Fazit: Der Edwards Audio IA7 ist ein wahrer Allrounder, der ungemein lebendig aufspielt und einer müden Anlage die über Gleichgültigkeit und Genuss entscheidende Prise Spritzigkeit verleihen kann. Die Phonostufe ist eher für Gelegenheitshörer gedacht, was an unserer Sympathie jedoch nichts ändert

 

Edwards Audio TT5 HiFi Test TV HiFi 3/2020

Der Markt für neue Plattenspieler ist in den letzten 10 Jahren wirklich groß geworden, was aber nicht unbedingt für bezahlbare Modelle für den anspruchsvollen Einsteiger gilt. Eine der wenigen erfreulichen Ausnahmen ist Edwards Audio aus England.Definieren wir doch erst einmal den Einsteiger: Darüber, dass namhaften Herstellern durchaus fündig. In der die diversen Pseudo-Retro-Plattenspieler im Grammophon-Look aus dem Supermarkt Ihres Vertrauens absoluter Schrott sind, müssen wir uns nicht unterhalten

, denke ich. Seriöse Angebote auf dem Neumarkt beginnen im Bereich zwischen 200 und 300 Euro – damit kann man an- den Grundbedarf decken und wird auch bei spruchsvollen Qualitätsstufe darüber wird es interessant: Hier gibt es für den Laien nicht unbedingt offensichtliche qualitative Abstufungen, bei denen es durchaus passieren kann, dass ein Plattenspieler für 1.000 Euro nicht unbedingt anders aussieht als einer für 300. Und hier kommt Edwards Audio ins Spiel, die HiFi-Marke von Talk Electronics, die uns seit einiger Zeit mit Geräten begeistert, die konsequent Maßstäbe in Sachen „Viel HiFi fürs Geld“ setzen. Man macht hier keinen Hehl daraus, dass man vor allem zu Beginn der Fertigung bei den Plattenspielern einige Bauteile aus dem Rega-Sortiment verwendet hat. Das wurde aber schnell weniger und weniger: Inzwischen kommen nahezu alle eingebauten Komponenten aus eigener Entwicklung und Fertigung. Der letzte große Schritt auf dem Weg zur Eigenständigkeit war die Entwicklung eines eigenen Einpunkt-Tonarms, der nun die beiden „großen“ Laufwerke TT5 und TT6 ziert. Ein Einpunkt-Tonarm – wie sein Name schon sagt – ist nur in einem Punkt gelagert: In der Regel liegt der zentrale Lagerblock auf einem Dorn – auf einer Lagerpfanne, die möglichst weit oben liegt, damit der weiter unten liegende Masseschwerpunkt den Arm stabilisieren kann. Denn das ist das Hauptproblem aller Einpunktarme: die Stabilisierung der lateralen Balance. Diese Sorge nimmt einem der Edwards A5 sofort: Sein Spiel in beide Richtungen beträgt nur ein paar Millimeter und das Ausbalancieren per dezentral gebohrtem Gegengewicht dauert nur ein paar Augenblicke: Mit einem kleinen Spiegel auf dem Plattenteller checkt man nach der Auflagekraftjustage kurz, ob die Nadel senkrecht steht, dann arretiert man das Gegengewicht – Antiskating einstellen, fertig. Zum Einstandspreis von 699 Euro gehört übrigens kein Tonabnehmer. Auf Wunsch kann aber eine Kombination mit einem der drei Talk-Zephyr-Tonabnehmer geordert werden. Die Systeme stammen von renommierten japanischen Herstellern und sind ihr Geld in jedem Fall wert. Unser Testgerät haben wir mit dem Zephyr C200 geordert, das für einen Aufpreis von knapp 200 Euro das Paket zu einer wirklich runden Sache macht. Bei einer Etat Grenze von etwas über 1.000 Euro wäre jetzt bei Bedarf sogar noch eine der vorzüglichen Edwards-Phonovorstufen drin: Dann hat man ein analoges Setup, das auch gehobene Ansprüche zufrieden stellt. Der TT5 hat eine 18 Millimeter starke Zarge aus MDF, die in den drei Farben Rot, Weiß und Schwarz geordert werden kann. Charakteristisch für Edwards Audio ist der ausgeschnittene Bogen in der Front der Zarge, der dem Plattenspieler zusammen mit den angefasten Kanten ein modernes und hochwertiges Aussehen verleiht – so einfach kann hübsches Design manchmal sein. Nicht selbstverständlich in der noch deutlich dreistelligen Preisklasse ist der Subtel

ler aus gedrehtem Aluminium, auf dem der 11 Millimeter starke Acryl-Teller aufliegt. Die Stahlachse dreht sich auf einer 5 Millimeter durchmessenden Keramikkugel in einer Buchse aus Messing. Der 24-Volt-Synchronmotor ist von der Zarge entkoppelt und treibt den Subteller über einen hauseigenen Gummiriemen an, der Vibrationen vom Teller fernhält. Als Upgrade für alle Laufwerke mit diesem Motor gibt es übrigens eine externe Motorsteuerung, mit der man die Laufruhe des Drehers noch einmal deutlich verbessern kann. Edwards hat dem TT5 recht massive und weiche Stellfüße spendiert, in denen sich Vibrationen totlaufen. Störungen über Luftschall sind ebenfalls kein Thema: Eine Haube gehört zum Lieferumfang, wenn auch die Scharniere etwas schlicht aussehen. Ich habe den Hörtest nicht auf das eingebaute System beschränkt, sondern mich aus meiner Schublade bedient – vom Einsteiger-MM für schlanke 50 Euro bis hin zum High-End Tonabnehmer, der deutlich mehr kostet als der ganze Plattenspieler, war letztlich alles dabei. Die gute Nachricht dabei: Der Edwards TT5 ist in der Lage, die Klangunterschiede zwischen allen dieser Tonabnehmer deutlich herauszuarbeiten. Das ist ein gutes Zeichen und zeigt die hohe Grundqualität der Laufwerk-Tonarm-Kombination. Tendenziell ist ein so leichter „Brettspieler“ in Sachen Basstiefe und -wucht gegenüber schweren Laufwerken im Nachteil. Aber der TT5 schlägt sich mehr als respektabel: Knackige und durchaus tiefe Bässe sorgen für das nötige Fundament, um auch einfach mal Spaß an Popmusik und sogar elektronisch erzeugten Klängen zu haben, die ja in der Regel noch weit tiefer in den Basskeller reichen als Naturinstrumente. Die präzise und detailfreudige Hochtonwiedergabe, kombiniert mit dem Ausdruckes starken Mitteltonbereich sorgt für Freude beim Hören: Das ist einfach eine gute Mischung aus Neutralität und Genauigkeit bei der Wiedergabe, gepaart mit einer gewissen Freude am Musizieren, die der Edwards zu jeder Zeit ausstrahlt. Dazu kommt, auch schon mit dem Zephyr C200, eine faszinierend lebensechte räumliche Abbildung, die die virtuelle Bühne zwischen, neben, vor und hinter den Lautsprechern im eigenen Hörraum in Weite und Tiefe voll ausnützt und einzelne Musiker zudem klar und deutlich an ihre Positionen setzt. Der TT5 kennt darüber hinaus keine bevorzugte Musikrichtung oder besser gesagt: Er bevorzugt alle Musikrichtungen gleichermaßen, sodass wir eine dicke Kaufempfehlung aussprechen dürfen.

Fazit Exzellenter und im wahrsten Sinne des Wortes preiswerter Plattenspieler, der für gerade einmal 699 Euro das Tor zur hochwertigen Musikwiedergabe weit aufstößt.

LP_5-2019 TT6 Plattenspieler

Auf den Punkt gebracht

Edwards Audio, die HiFi-Marke von Talk Electronics, wird nicht müde, sich im Marktsegment für den anspruchsvollen Einsteiger festzusetzen. Mit dem neuen Plattenspieler TT6 hat man defi nitiv ein weiteres heißes Eisen im Feuer.

Der TT6 ist das neueste Modell der inzwischen doch recht ansehnlichen Plattenspieler-Serie von Talk Electronics, nach ihrem Entwickler benannt Edwards Audio. Den deutschen Vertrieb hat vor einigen Jahren Stefan Becker vom BT-Hifi Vertrieb übernommen, der sich mit den Produkten aus England mehr als zufrieden zeigt – zu Recht, wie wir auch schon in einigen Tests bestätigen konnten: Hier gibt es überzeugende Qualität zu einem mehr als fairen Preis. Wie unseren Lesern bekannt ist, stammen einige Baugruppen der Edwards-Audio Plattenspieler aus dem Rega-Baukasten. Neu beim TT6 ist der Edwards-eigene Einpunkt-Tonarm, der nach einer doch recht langen Entwicklungszeit nun in seiner endgültigen Fassung dem Markt zur Verfügung steht. Ein interessantes Detail zur Preisgestaltung: Der Tonarm wird auch als Einzelprodukt verkauft werden, mit einem Verkaufspreis von 800 Euro. Der TT6 mit diesem Arm (allerdings ohne fest montiertes Tonarmkabel) kostet 850 Euro – eine ziemlich knallharte Kalkulation, wenn man mich fragt. Wie bei den etwas höher angesiedelten Edwards-Plattenspielern üblich, gibt es eine hübsch geformte Zarge – die eingefräste Rundung verleiht dem flach bauenden Laufwerk eine ausgesprochen elegante Linie, die durch die matte Beschichtung noch einmal unterstrichen wird. Zur Auswahl stehen drei Farbtöne: Rot, Schwarz und Weiß. Entgegen der ursprünglichen Planung mit einer Zarge aus Multiplex ist man für das fertige Produkt doch wieder auf MDF umgeschwenkt – zum angepeilten Endpreis konnte man mit MPX als Basismaterial keine zufriedenstellende Lack-Qualität anbieten. Die Zarge ist immerhin 25 Millimeter stark, was zum „gewaltigen“ Gesamtgewicht von fünfeinhalb Kilo maßgeblich beiträgt ebenso wie der ebenfalls von Edwards selbst gefertigte Acrylteller mit einer Stärke von 18 Millimetern. Durch die geringe Masse ist so ein Laufwerk grundsätzlich natürlich empfindlicher gegenüber Vibrationen aller Art, also hat man dem TT6 recht massive und weiche Stellfüße spendiert, in denen sich Vibrationen totlaufen. Störungen über Luftschall sind ebenfalls kein Thema: Eine Haube gehört zum Lieferumfang, allerdings nur mit den Spar-Scharnieren von Rega, die nur in zwei Positionen halten und immer nach einer etwas begrenzten Lebensdauer aussehen. Der TT6 ist ein waschechter „Brettspieler“,das heißt Motor, Tellerlager und Tonarm sind alle auf einer Ebene montiert, was die Gefahr einer Übertragung von Motorvibrationen auf Teile der Signalkette erhöht. Um das zu vermeiden, hat man den Antrieb in einer dämpfenden Halterung eingebaut. Der Antrieb ist inzwischen ein 24-Volt Gleichstrommotor , der in den kommenden Monaten noch zwei Upgrade-Optionen in Form eines Netzfilters und einer externen Motorsteuerung mit elektronisch wählbaren Geschwindigkeiten erhält. Die Übertragung der Antriebskraft auf den Subteller erfolgt über den „Big Belter“, einen etwas kräftigeren Riemen, der natürlich trotzdem deutlich unspektakulärer aussieht als der schon legendäre „Blue Belter“ von Edwards, der seinen Weg auch auf zahlreiche Rega-Plattenspieler gefunden hat. Die Lagerbuchse inmitten der Zarge besteht aus Messing. Am Lagerboden findet sich eine Keramikkugel, auf der sich die Stahlachse des Subtellers dreht, der hoch präzise aus Aluminium gefertigt wird. Oben auf dem Subteller liegt der eigentliche Acrylteller. Der Tonarm selbst sieht recht harmlos aus, was uns ganz gut gefällt. Der A6 genannte Arm ist das, was der Brite als „No nonsense“ bezeichnen würde, also eine durch und durch pragmatische Konstruktion, die einfach funktioniert. Tatsächlich kann man nach der einmaligen Montage eines Tonabnehmers und Einstellen der Lateralbalance eigentlich auch vergessen, dass man es hier mit einem Einpunkter zu tun hat, so völlig einfach und unkompliziert ist die Bedienung in der Praxis des analogen Alltags. Mit einem der Audio-Technica-VM95-Derivate, die wir kürzlich getestet haben, ging dann der Hörtest los. Je nach verwendeter Nadel spielt der TT 6 von sanft und verhalten bis hin zu hochpräzise und analytisch. Das ist schon einmal gut, verdeckt die Tonarm-Laufwerks-Kombination damit doch nicht die Eigenschaften des verwendeten Tonabnehmers. Timing und Rhythmus passen aber im auf den Punkt – das Laufwerks-Antriebs-Konzept geht also auf, obwohl ja gar nicht so viel bewegte Masse im Spiel ist wie bei einem dicken Masselaufwerk. Ich habe einmal meine neue Lieblingsplatte mit dem Edwards getestet – keine Musik im eigentlichen Sinne, sondern Spoken Word von Kate Tempest, einer britischen Poetin, die, untermalt von minimalen Beats, ihre Texte vorträgt. Diese fast schon hypnotischen Momente bringt der TT6 so charismatisch und überzeugend herüber, dass ich im Hörraum immer wieder Gänsehaut bekommen habe, denn gerade hier kommt es bei aller Stabilität des Metrums auch auf die feinen Nuancen der Stimme an, die bei aller Fragilität auch jede Menge Kraft ausstrahlt. Kleine Anekdote am Rande: Diese Beschreibung einer Stimme habe ich schon einmal zu Papier gebracht, damals ging es um die American Recordings von Johnny Cash mit Rick Rubin auf dem Stuhl des Produzenten – der auch für die neueste Platte von Kate Tempest verantwortlich zeichnet: Der Mann weiß wohl, was er tut. Mit „normaler“ Popmusik tut sich der Edwards Audio leicht: Profunde Bässe und eine gut durchzeichnende Hochtonwiedergabe ergänzen den faszinierenden Mitteltonbereich und lassen das schmächtige Laufwerk deutlich „größer klingen“. Und dann muss auch die natürliche Preisordnung, dem Spieltrieb geschuldet, verlassen und Tonabnehmer montiert werden, die deutlich mehr kosten als der gesamte Plattenspieler, einfach, um zu sehen, wie viel Potenzial in dem günstigen Gerät steckt. Eine Menge, um es kurz zusammenzufassen: Schon mit dem van den Hul The Frog zeigt der Edwards, zu welch hoher Präzision und Größe er in der räumlichen Abbildung fähig ist, während er gleichzeitig gegenüber den ja ungleich günstigeren Audio-Technicas auch in Sachen Fein- und sogar Grobdynamik noch merklich zulegt. Das ist jetzt schon richtig hohe Wiedergabequalität, die auch mit einem dicken Masselaufwerk nicht mehr in allen Teildisziplinen übertroffen werden kann. Klar, im Bass und in der absoluten Stabilität geht da noch mehr, aber der Charme und der musikalische Fluss sind beim TT6 auf einem extrem hohen Niveau – der hübsche kleine Plattenspieler macht einfach eine Menge Spaß!

Unterm Strich …

» Mit dem neuen Tonarm schnürt Edwards Audio für den fast schon unglaublichen Preis von 850 Euro ein sehr ernst zu nehmendes Plattenspielerpaket!

Zauberlehrling
Knapp 400 Euro kostet der Plattendreher von Edwards Audio, auch der Produktname Apprentice (zu Deutsch: Lehrling) deutet darauf hin, dass es sich bei diesem Vinylplayer
nicht unbedingt um ein audiophiles Meisterstück mit maximalem Materialeinsatz handelt. Das erwarten wir auch gar nicht in dieser Preisklasse, wohl aber einen gut
funktionierenden und vor allem überzeugend klingenden Plattendreher.

Apprentice TT
Genau genommen ist der Apprentice TT ein nach bewährtem Prinzip aufgebauter Riementriebler. Das heißt: Auf einem „Brett“ als Grundlage wurde ein präzise laufender Motor installiert,der per Gummiriemen einen Plattenteller antreibt. Ebenfalls auf dieser Grundplatte befindet sich ein einfacher, aber solider Tonarm bewährter Bauart, der im Falle des Apprentice TT sogar bereits ab Werk mit einem anständigen MC-Tonabnehmersystem bestückt wurde. Auch eine Staubschutzhaube aus Acryl gehört zum Lieferumfang des „Lehrlings“. Um dem zwar recht sorgfältig, aber einfach aufgebauten Spieler ein wenig Flair zu verleihen,
hat der Hersteller die Grundplatte mit sanften Einbuchtungen versehen, so dass der Apprentice TT tatsächlich schon fast stylish aussieht. Der Plattenteller ist nicht wie sonst üblich aus Metall gefertigt, sondern besteht aus einer recht dicken Acrylglas-Scheibe. Das sieht ebenfalls luxuriös aus und ist in dieser Preisklasse nicht unbedingt Standard. Wir haben uns beim Auspacken des Edwards-Audio-Spielers gefragt, ob eventuell die Plattentellermatte (üblicherweise aus Filz, Kork oder Gummi) vergessen wurde. Doch die Nachfrage beim deutschen Vertrieb ergab, dass aus klanglicher Überzeugung eine Matte nicht vorgesehen ist. Wer unbedingt auf eine Filzmatte als Unterlage für die empfindlichen Schallplatten besteht und darin auch klangliche Vorteile sieht, kann natürlich eine Originalmatte optional kaufen, doch wir lassen uns erst mal auf das Experiment ohne Matte ein.
Praxis
Das Setup des Apprentice TT ist schnell erledigt, denn der Tonabnehmer ist bereits ab Werk perfekt justiert, lediglich die Auflagekraft haben wir per Tonarmgewicht auf etwa 1,5 Gramm eingestellt. Der erste Hörtest (ohne Matte!) bescheinigt dem Edwards Audio einen erdigen, knackigen Klang, der rockigen Vinylscheiben wie „Red Skies Over Paradise“ von Fisher Z gut zu Gesicht steht. Die Kombi aus Antrieb, Tonarm und Pickup funktioniert tatsächlich auch ohne dämpfende Matte und gibt Plattenspieler der Musik sogar einen ganz besonderen, frischen Anstrich. Versuchsweise haben wir dann doch noch eine typische Filzmatte untergelegt. Hiermit klingt der Apprentice ein wenig „gebremster“, allerdings auch etwas differenzierter und weniger forsch in den Mitten und Höhen. So klang zum Beispiel „Fast Car“ von Tracy Chapman etwas weicher und emotioneller mit aufgelegter Filzunterlage. Tatsächlich würden wir empfehlen, je nach Musikart mit oder ohne Matte zu hören, denn der Apprentice TT ist durchaus in der Lage, diesen feinen Unterschiede herauszuarbeiten.
Fazit
Mit dem Apprentice TT von Edwards Audio können Musikliebhaber ihre alte Plattensammlung wieder aufleben lassen. Dieser einfach, aber durchdacht aufgebaute, spielfertig ausgestattete Plattenspieler macht einen prima Job, sieht klasse aus und ist in seiner Preisklasse klanglich sehr weit vorne unterwegs.

 

Edwards Audio TT 3 SE

Thomas Schmidt schreibt in dem Magazin LP 2017 Ausgabe 01 über den Edwards Audio TT 3 SE

RED BARON

...eine ganze Serie von Plattenspielern an, die vom Einsteigersegment bis zur gehobenen Mittelklasse reichen. Das meine ich qualitativ, preislich orientiert man sich eher nach unten. Ein sympathischer Zug...

Durch die Upgrade-Möglichkeiten werden aus den fünf grundsätzlichen Abstufungen bei Edwards Audio noch viel mehr verschiedene Modelle, die ab sehr erfreulichen 399 Euro starten.

Zur Grundausstattung gehört eine Haube, die hier sogar richtige Scharniere hat und somit uneingeschränkt praxistauglich ist.

Am Lagerboden gibt es sogar eine Rubinkugel, auf der sich die Keramikachse des Subtellers praktisch verschleißfrei dreht.

Der augenfälligste Unterschied ... ist das Gegengewicht selbst, das im Gegensatz zur Standardversion als hängende Masse aus Messing ausgeführt wurde, um den Schwerpunkt möglichst tief zu bekommen. Das Beste an dieser in vielen entscheidenden Punkten durchaus eigenständigen Konstruktion ist der Preis: Den Edwards Audio TT 3 SE bekommt man schon ab etwa 1.200 Euro, inklusive der hochglänzenden Lackfinishes. Der TT 3 SE spielt nämlich erstaunlich souverän auf – und ich rede jetzt von der Grundversion mit einem Goldring-System. Die Musik in ihrer Schönheit einfach nur wirken lassen, das geht mit dem TT 3 SE ganz vorzüglich ...

#In Sachen Grob- und Feindynamik wirkt der Brite präzise ..., dabei schafft er es aber doch, deutlich eleganter, musikalischer als viele vor allem der schwereren Kollegen auszusehen.

Der Wechsel auf das van den Hul DDT 2 bewirkt ein nochmaliges Durchatmen – und dann ein Feuerwerk an Emotion und Dynamik.

Wenn der Gesamtklang vorher dynamisch schon überzeugend war, gibt es nun einen mitreißenden Auftritt, mit Feuer und Verve, prachtvollen Klangfarben und einer großen Bühne, auf der sich die Musiker richtig austoben dürfen.

... eine erfrischende neue Stimme im Chor der bezahlbaren Plattenspieler. Das Spitzenmodell TT 3 SE ist dabei ohne Wenn und Aber zu viel Höherem berufen.

Plattenspieler TT2 SE im Test des Magazin LP

Herr Thomas Schmidt schreibt in der „LP“ Ausgabe 5/2017 über den Edwards Audio TT2 SE:

CLEVER KOMBINIERT

Schon mit einem einfachen System … kann er die Struktur eines Musikstücks, eines Arrangements oder die Stimmen eines Ensembles sehr schön aus dem Gesamtklang herausarbeiten

Selbst mit einem so hochwertigen Abtaster (Van den Hul DDT-II) hatte ich nicht das Gefühl, der Edwards sei ausgereizt.

Vom Tiefbass bis zum Superhochtonbereich gibt´s jetzt ganz klare Konturen, der Raum öffnet sich noch etwas weiter und wird vor allem noch genauer definiert

Präzision und Hochtonauflösung bis zum Abwinken.

Unterm Strich …

In der Preisklasse unter 1000 Euro etabliert sich der Edwards TT2 SE als ernstzunehmende Alternative zu den Platzhirschen


Phonovorverstärker Edwards Audio MC1 Mk2 von Talk Electronics

Einstiegsdroge?
Überholt Vinyl bald die CD? So titelte eine Tageszeitung ihren Bericht über die Entwicklung am USamerikanischen Musikmarkt. Demnach sind in den USA die Einkünfte aus Streaming-Angeboten bereits für 80 Prozent des Gesamtmarktes verantwortlich. Im kleiner werdenden Markt für physische Tonträger wird zugleich das Rennen zwischen CD und Vinylplatte immer enger — laut den im Zeitungsbericht angeführten Zahlen vom ersten Halbjahr 2019 betrug der CD-Umsatz 347,9 Millionen US-Dollar, der VinylUmsatz rangierte mit 224 Millionen Dollar nur knapp dahinter. Während der CD-Umsatz gegenüber den Vergleichszahlen von 2018 ein Plus von 0,8 Prozent aufwies, setzte sich bei der analogen Schallplatte mit 13 Prozent der Aufwärtstrend weiter fort. Branchenkenner, so hieß es in dem Bericht, vermuten deshalb, daß Vinyl heuer die CD erstmals seit ihrer
Einführung in den achtziger Jahren wieder überrunden könnte. Wohlgemerkt, das betrifft   die USA. Aber auch in Deutschland weisen die Zahlen in ähnliche Richtung. Laut Industrieverband BVMI verzeichneten im selben Zeitraum die Vinylplatten einen Zuwachs von 7,4 Prozent, während der CD-Umsatz um 11,7 Prozent zurückging. Allerdings hält die CD hierzulande immerhin noch einen Marktanteil von 28,2 Prozent, während Vinyl derzeit erst bei 4,4 Prozent liegt — Tendenz steigend. Was ich damit sagen will? Daß es heute und auch in überschaubarer Zukunft  einen Markt für die analoge Schallplatte gibt beziehungsweise geben wird — und darauf haben sich natürlich auch die Hersteller eingestellt. Ich behaupte sogar, daß es kaum jemals ein derart reichhaltiges Angebot hochqualitativer analoger Wiedergabegeräte gab wie heute. Das kommt nicht nur dem absoluten High-End-Freak entgegen, davon profitieren ebenso auch der analoge Neueinsteiger und Wiedereinsteiger, der seinen bereits auf den Dachboden ausgelagerten Plattenspieler wieder revitalisiert, um vorhandenes und neues „schwarzes Gold“ für sich zu entdecken.

Vielfach ausgezeichnetes Preis/Leistungs-Verhältnis
Einer jener Hersteller, die schon länger auf diesen Trend abfahren, ist die südenglische Firma Talk Electronics mit der Marke Edwards Audio. Im deutschsprachigen Raum erst seit einigen Jahren am Markt, hat sich das Unternehmen auf den britischen Inseln schon längst einen Namen gemacht — vor allem mit einem herausragenden Preis/Leistungs-Verhältnis, das bereits vielfach ausgezeichnet wurde. Die Plattenspieler,
Phonovorverstärker, Verstärker, Lautsprecher und Kabel werden übrigens komplett in Großbritannien gebaut. Eines dieser — zutiefst britischen — Geräte hat mir jetzt der deutsche B&T Hifi Vertrieb zum Test zur Verfügung gestellt: die Phonovorstufe Edwards Audio MC1 Mk2.
Dieser Phonopre bereitet nicht nur die leisen Signale von Moving Coil (MC)-Tonabnehmern nach RIAANorm auf, sondern ist ebenso für den Anschluß von Moving-Magnet (MM)- oder High Output Moving Coil (HOMC)-Systemen gewappnet. Ein 220 mm breites, 70 mm hohes und 200 mm tiefes schwarzes Metallgehäuse, an der Frontseite das hinterleuchtete Firmenlogo (blau im MC-Betrieb — rot bei MM-Einstellung), an der Rückseite je ein vergoldetes Cinch/RCA-Buchsenpaar für Ein- und Ausgang, der Umschalter MC/MM, Netzschalter, Masseklemme und Netzanschlußbuchse. Die MC-Eingangsimpedanz ist auf 100 Ohm beschränkt, das paßt jedoch für viele Abtaster. Gegenüber der MM1-PSU1-Kombination aus dem eigenen Haus haben die Entwickler die Leistung nochmals durch ein hochwertigeres internes Netzteil, höher selektierte Operationsverstärker und Weiteres verbessert. Ein Highlight ist die vollständig RoHs-konforme (neue EU-Richtlinie zur Beschränkung gefährlicher Stoffe) und goldplattierte, zweilagige Platine. Vom Feinsten auch Bauteile, wie die mit einem dünnen Metallfi lm versehene, sehr eng tolerierten MELF-Widerstände von Vishay, PSU-Kondensatoren der Panasonic FM-Serie sowie Vishay Polyester/Polypropylen-FolienKondensatoren. Die RIAA-Kurve wird durch eine — eher seltene — Kombination aus aktiver Baß- und passiver Höhenentzerrung erzielt, beeindruckend die Genauigkeit von +/- 0,25 dB. Der Signal/Geräuschspannungsabstand liegt bei 87 dB(A)/MM, 5 mV, beziehungsweise bei 65 dB(A)/MC, 0,5 mV. Eine vollständig gepuff erte Ausgangsstufe mit sehr niedriger Ausgangsimpedanz soll Kabeleff ekte reduzieren und die Ausgangsspannung verbessern. Das speziell entwickelte Netzteil besitzt — laut Hersteller einzigartig in dieser Preisklasse — getrennte Plus- und MinusGleichstromausgänge für besondere Unempfindlichkeit gegen Störgeräusche bei höchster Dynamik und Übersteuerungsfestigkeit. Also kein Netzteil „von der Stange“, wie häufi g eingesetzt. Und das unscheinbare schwarze Kästchen entpuppt sich als gefalztes Stahlblech-Gehäuse mit neun Millimeter starkem, maschinell hergestellten Rahmen und Ganzmetallrückwand. Entscheidend ist jedoch, wie diese englische Phonostufe in unserem Setup klingt…
Fehlt denn da überhaupt irgendwas?
Das vorzügliche Van den Hul The Frog Gold ziert den 10“ Unipivot-Tonarm Cornet 1 an meinem Laufwerk Pear Audio Analog Capt. Handy SE. Ein fast 3.000 Euro teurer Abtaster an einer 600 Euro-Phonostufe?
Meine Überlegung: So kann ich leicht herausfinden, was dem MC1 Mk2 abgeht. „Nanu, fehlt denn da überhaupt irgendwas?“, frage ich mich, als die ersten wuchtigen Klänge der „Carmina Burana“ von Carl Orff meinen Abhörraum voll ausfüllen (DGG 139362). Eugen Jochum dirigiert Chor und Orchester der Deutschen Oper Berlin, mustergültig eingefangen von DGGTonmeister Klaus Scheibe. Der große Aufnahmeraum wird schön ausgeleuchtet, in dichten, komplexen Passagen geht kein Instrument des großen Orchesters unter. Die Stimmen der Solistinnen und Solisten haben Schmelz. Jetzt ist Klavier dran: Oscar Peterson und Bassist Niels-Henning Orsted Pedersen beim Jazz-Festival in Montreux 1979 (Pablo Live 2308224). Das Evergreen „Younger Than Springtime“ bringt mich zum Fußwippen, Klavieranschläge strahlen und perlen, wie ich es von Phonostufen eine Klasse höher erwarten würde. Deutlich höre ich Oscar Peterson summen und mitsingen. Die Improvisationen des dänischen Bassisten Pedersen lassen alles vibrieren. Ziemlich beeindruckend,
wieviel der kleine englische Phonopre von der enormen Klangfülle und Farbenpracht des VdH-Systems herüberbringt. Systemwechsel! Ein Clearaudio Virtuoso V2 ersetzt das grüne Frog. Diesen MM-Tonabnehmer der 800-Euro-Klasse sehe ich für die MC1 Mk2 eher als Partner auf Augenhöhe. Ein audiophiler Schatz meiner LPSammlung ist die 45er-Nachpressung „The Many Moods of Harry Belafonte“ (Impex/Living Stereo LSP2574), 1962 aufgenommen, 2013 von Cohearent Audio gemastert. In „Dark As A Dungeon“ ist ein Blitzeinschlag als elektrisches Knistern hörbar, gefolgt von Donnerschlag und Regenguß — ein Gewitter vor den Studiotüren. Aus Gründen der Authentizität hat man gegenüber dem Masterband nichts verändert. Harry Belafonte und seine Musikerkollegen vor dem rauschenden Regen musizieren zu hören, ist eine überzeugende Vorstellung der kleine Phonostufe in der MM-Einstellung. Makellos!
Technik
Mit weiträumiger Abbildung und einem hohen Grad an Gelassenheit stößt die preisgünstige MC1 Mk2 in deutlich höhere Preisregionen vor. Selbst komplexe Orchesterpassagen bringen die kleine Phonostufe nicht in Bedrängnis, den oberen Frequenzbereich geht sie zart und duftig an, rauhe Töne sind ihr fremd. Gegenüber wesentlich teureren Phonovorstufen fehlt etwas Kraft, Fundament und Farbe. Tipp: Gönnen Sie der MC1 Mk2 ein ordentliches Netzkabel — es lohnt sich! Und geben Sie acht: Suchtgefahr nicht ausgeschlossen!
Auf den Punkt gebracht
Die Edwards Audio MC1 Mk2 ist definitiv eine analoge Einstiegsdroge — aber nicht nur das. In die eigene Anlage integriert, hebt diese Phonostufe eine ganze Menge vom klanglichen Potential, das sich in Ihrer Plattensammlung verbirgt. Eine Empfehlung nicht nur für Neueinsteiger. Denn mit der MC1 Mk2 kann man glücklich werden – ein ganzes HiFi-Leben lang!
Harald Obst

Die Apprentice MM und MC Versionen im Test der LP

Die Zauberlehrlinge :

Das jedenfalls behauptet Herr Thomas Schmidt vom Magazin „LP“ Ausgabe 2017 03 im Test der Phonovorstufen Edwards Audio Apprentice MM + MC.

 Er schreibt weiter:

Kaum zu glauben, aber es gibt tatsächlich gute Phonovorstufen in der Preisklasse um 200 Euro.

 Unterm Strich:

Zwei ganz heiße Kandidaten nicht nur für den Einsteiger: Was aus den kleinen Kistchen kommt, ist aller Ehren wert

Talk`s Apprentice HA im Test

 "Der Edwards Audio Apprentice HA ist ein ausnehmend gut klingender Kopfhörerverstärker, der preislich in der Einstiegsklasse liegt, klanglich aber locker in der Oberklasse mitspielt."

 

Manuals



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