Edwards Audio MM 4 MMKII
€599,00
High-End-MM-Phonovorverstärker mit 42 dB Verstärkung, präziser RIAA-Entzerrung und hochwertigem integriertem Ringkernnetzteil. Der Edwards Audio MM4 MKII verbindet geringes Grundrauschen, hohe Dynamik und eine extrem niedrige Ausgangsimpedanz mit einem musikalischen, kraftvollen Klang.
Beschreibung
Edwards Audio MM4 MKII – High-End-MM-Phonovorverstärker
Der Edwards Audio MM4 MKII ist ein hochwertiger Phonovorverstärker für Moving-Magnet- und geeignete High-Output-MC-Tonabnehmer. Seine aufwendig aufgebaute Verstärkerschaltung, das leistungsfähige interne Netzteil und die sorgfältig ausgewählten Bauteile schaffen die Grundlage für eine rauscharme, dynamische und präzise Schallplattenwiedergabe.
Die 2025 eingeführte MKII-Version präsentiert sich in einem stabilen schwarzen Vollmetallgehäuse. Im Inneren sorgen ein großzügig dimensionierter Ringkerntransformator, getrennte positive und negative Versorgungsspannungen sowie eine hochwertig bestückte, vergoldete Leiterplatte für optimale Arbeitsbedingungen.
Mit einer Verstärkung von 42 dB, einem Eingangswiderstand von 47 kΩ und einer Eingangskapazität von 120 pF ist der MM4 MKII ideal auf zahlreiche hochwertige MM-Tonabnehmer abgestimmt. Gleichzeitig bietet er genügend Verstärkung und Reserven für geeignete High-Output-MC-Systeme.
Konsequente Spezialisierung auf MM-Tonabnehmer
Der MM4 MKII konzentriert sich bewusst auf Moving-Magnet-Tonabnehmer. Diese Spezialisierung erlaubt es Edwards Audio, Schaltung und Stromversorgung konsequent auf die Anforderungen dieser Tonabnehmerart abzustimmen.
Das empfindliche Signal wird mit 42 dB verstärkt und nach der RIAA-Kennlinie präzise entzerrt. Auf Umschalter, Displays und unnötige Zusatzfunktionen wurde verzichtet. Alle wesentlichen elektrischen Werte sind fest eingestellt und für typische MM-Systeme optimiert.
Die Vorteile dieser klaren Ausrichtung sind:
- kurze und übersichtliche Signalwege
- keine zusätzlichen Schalter im empfindlichen Eingangssignal
- geringes Grundrauschen
- hohe Übersteuerungsfestigkeit
- präzise Kanalgleichheit
- niedrige Ausgangsimpedanz
- einfache Bedienung
Der MM4 MKII eignet sich damit für Vinylhörer, die einen hochwertigen und unkomplizierten Phonovorverstärker suchen und keine umfangreichen Einstellmöglichkeiten benötigen.
Auch für geeignete High-Output-MC-Tonabnehmer
Neben klassischen MM-Systemen kann der MM4 MKII mit High-Output-MC-Tonabnehmern verwendet werden, sofern diese für einen Abschlusswiderstand von 47 kΩ ausgelegt sind und eine ausreichend hohe Ausgangsspannung liefern.
Ob ein bestimmtes High-Output-MC-System geeignet ist, hängt insbesondere von folgenden Werten ab:
- Ausgangsspannung des Tonabnehmers
- empfohlener Abschlusswiderstand
- empfohlene Abschlusskapazität
- gewünschte Wiedergabelautstärke
- Eingangsempfindlichkeit des nachfolgenden Verstärkers
Für klassische Low-Output-MC-Tonabnehmer mit sehr geringer Ausgangsspannung ist die Verstärkung des MM4 MKII allein nicht ausreichend. Solche Systeme können nur in Verbindung mit einem geeigneten Übertrager oder einem separaten MC-Vorvorverstärker verwendet werden.
Hochwertiges integriertes Netzteil
Ein wesentliches Merkmal des MM4 MKII ist sein aufwendig aufgebautes internes Netzteil. Während viele Phonovorverstärker dieser Preisklasse mit einem einfachen externen Steckernetzteil arbeiten, verfügt der Edwards Audio über einen eigenen Ringkerntransformator im Gehäuse.
Das Netzteil erzeugt getrennte positive und negative Gleichspannungen für die Audioschaltung. Diese symmetrische Versorgung schafft große Spannungsreserven und unterstützt einen hohen Dynamikumfang sowie eine sehr gute Übersteuerungsfestigkeit.
Der großzügig dimensionierte Transformator arbeitet weit unterhalb seiner maximalen Belastbarkeit. In Verbindung mit sorgfältiger Siebung und hochwertigen Netzteilkondensatoren entsteht eine stabile Stromversorgung für die empfindliche Phonoverstärkung.
Trotz des integrierten Netzteils erreicht der MM4 MKII sehr gute Störabstände. Die Leistungsaufnahme liegt bei lediglich etwa 2,5 Watt.
Ausgewählte Bauteile
Edwards Audio verwendet im MM4 MKII hochwertige Bauteile, wie sie häufig in deutlich teureren Audiokomponenten zu finden sind.
Zur Ausstattung gehören unter anderem:
- vergoldete zweilagige Leiterplatte
- eng tolerierte MELF-Metallfilmwiderstände von Vishay
- Panasonic-FM-Netzteilkondensatoren
- Vishay-Polyester- und Polypropylen-Folienkondensatoren
- selektierte Operationsverstärker
- gepufferte Ausgangsstufe
- integriertes Netzteil mit Ringkerntransformator
- hochwertige Cinchanschlüsse
- separates Erdungsterminal
Die enge Tolerierung der Bauteile ist besonders bei einer Phonostufe wichtig. Bereits kleine Abweichungen innerhalb der RIAA-Entzerrung können die tonale Balance und die Kanalgleichheit beeinflussen.
Präzise RIAA-Entzerrung
Schallplatten werden bei der Herstellung nicht mit einem linearen Frequenzgang geschnitten. Tiefe Frequenzen werden reduziert und hohe Frequenzen angehoben. Dadurch lassen sich die Rillen platzsparender schneiden und unerwünschte Störgeräusche reduzieren.
Bei der Wiedergabe muss diese Veränderung exakt umgekehrt werden. Diese Aufgabe übernimmt die RIAA-Entzerrung des Phonovorverstärkers.
Der MM4 MKII kombiniert eine aktive Bassentzerrung mit einer passiven Höhenentzerrung. Edwards Audio gibt eine RIAA-Genauigkeit innerhalb von 0,25 dB über den hörbaren Frequenzbereich an.
Diese hohe Genauigkeit unterstützt:
- eine natürliche tonale Balance
- präzise Basswiedergabe
- unverfärbte Stimmen
- klar aufgelöste Höhen
- gute Kanalgleichheit
- eine stabile räumliche Abbildung
Hohe Übersteuerungsfestigkeit
Die Schaltung ist in zwei getrennte Verstärkungsbereiche aufgeteilt. Dadurch werden die einzelnen Stufen weniger stark belastet und die Gefahr interner Übersteuerungen wird reduziert.
Mit einer maximalen Eingangsspannung von 83 mV bietet der MM4 MKII einen großzügigen Abstand zu den üblichen Ausgangsspannungen handelsüblicher MM-Tonabnehmer. Auch stark ausgesteuerte Schallplatten und dynamische Musikpassagen können dadurch ohne frühzeitige Überlastung verarbeitet werden.
Diese Reserven tragen zu einer offenen und unkomprimierten Wiedergabe bei.
Extrem niedrige Ausgangsimpedanz
Die gepufferte Ausgangsstufe erreicht eine Ausgangsimpedanz von weniger als 10 Ω. Dadurch kann der MM4 MKII auch längere Cinchkabel und unterschiedliche Line-Eingänge zuverlässig ansteuern.
Eine niedrige Ausgangsimpedanz verringert den Einfluss des Verbindungskabels zwischen Phonostufe und Verstärker. Das ist besonders praktisch, wenn der Plattenspieler in der Nähe des Hörplatzes steht und die Verbindung zum Verstärker eine größere Strecke überbrücken muss.
Das Kabel zwischen Tonabnehmer und Phonovorverstärker sollte dagegen möglichst kurz bleiben, da dessen Kapazität unmittelbar zur wirksamen Abschlusskapazität des Tonabnehmers beiträgt.
Passende Abschlusswerte
Der MM4 MKII bietet folgende fest eingestellte Abschlusswerte:
- Eingangswiderstand: 47 kΩ
- Eingangskapazität: 120 pF
- Verstärkung: 42 dB
Diese Werte sind für zahlreiche MM-Tonabnehmer sehr gut geeignet. Zur Eingangskapazität des MM4 müssen allerdings noch die Kapazitäten der Tonarminnenverkabelung und des Phonokabels addiert werden.
Beispiel:
- MM4 MKII: 120 pF
- Tonarm- und Phonokabel: etwa 80 bis 150 pF
- gesamte wirksame Kapazität: ungefähr 200 bis 270 pF
Die vom Tonabnehmerhersteller empfohlene Gesamtkapazität sollte möglichst eingehalten werden. Gerne unterstützen wir Sie bei der Zusammenstellung von Tonabnehmer, Phonokabel und Phonovorverstärker.
Klangcharakter
Der Edwards Audio MM4 MKII verbindet eine dynamische und rhythmisch präzise Spielweise mit einer natürlichen tonalen Balance. Stimmen und Instrumente werden klar voneinander getrennt, ohne dass die Wiedergabe analytisch oder übermäßig kühl wirkt.
Zu seinen klanglichen Stärken gehören:
- kraftvolle und kontrollierte Basswiedergabe
- ausgeprägtes Rhythmusgefühl
- natürliche Stimmen
- klar strukturierte Mitten
- fein aufgelöste, unaufdringliche Höhen
- gute räumliche Freistellung
- hohe Dynamik
- sehr geringes Grundrauschen
- langzeittaugliche Wiedergabe
Im Vergleich zur früheren MM4-Ausführung bietet die MKII-Version laut Test eine etwas bessere räumliche Abbildung, sauberer dargestellte Höhen und eine präzisere Freistellung von Stimmen und Instrumenten.
Ausgezeichnet im Test
HiFi Test bewertete den Edwards Audio MM4 MKII in der Spitzenklasse mit der Gesamtnote 1,0 und verlieh ihm einen Kauftipp. Gelobt wurden insbesondere der sehr gute Klang und das leistungsfähige interne Netzteil. Das Preis-Leistungs-Verhältnis wurde als sehr gut eingestuft. Verstärker Phono Vorverstärker im Test
Im Messlabor wurden knapp 43 dB Verstärkung, eine hohe Kanalgleichheit, rund 80 dB Fremdspannungsabstand und 73,6 dB Kanaltrennung ermittelt. Der Frequenzgang verlief sehr nahe an der RIAA-Vorgabe. bt-hifi.com
Vollmetallgehäuse der MKII-Version
Die aktuelle MKII-Ausführung unterscheidet sich optisch deutlich von ihrem Vorgänger. Das frühere Acrylgehäuse wurde durch ein gefalztes Vollmetallgehäuse ersetzt.
Das schwarze Gehäuse besitzt eine Breite von 220 mm und passt optisch zu den aktuellen Edwards-Audio-Komponenten. Die stabile Konstruktion schützt die Elektronik und trägt zu einer zuverlässigen Abschirmung bei.
Die schlichte Front verzichtet auf unnötige Bedienelemente. Der Netzschalter befindet sich auf der Rückseite.
Anschlüsse
Auf der Rückseite befinden sich:
- ein Paar Cinch-Eingänge für den Plattenspieler
- ein Paar Cinch-Ausgänge zum Verstärker
- eine Erdungsklemme
- ein Netzanschluss
- der Netzschalter
Der Ausgang des MM4 MKII wird mit einem normalen Hochpegeleingang des Verstärkers verbunden, beispielsweise AUX, CD, Tuner, Tape oder Line.
Er darf nicht an einen weiteren Phonoeingang angeschlossen werden. Eine doppelte Verstärkung und RIAA-Entzerrung würde zu einem stark verzerrten Signal führen.
Installation
- Schalten Sie Plattenspieler, MM4 MKII und Verstärker aus.
- Verbinden Sie den Plattenspieler mit dem Phono-Eingang des MM4.
- Schließen Sie das Massekabel des Plattenspielers an der Erdungsklemme an.
- Verbinden Sie den Ausgang des MM4 mit einem freien Line-Eingang des Verstärkers.
- Schließen Sie das Netzkabel an.
- Schalten Sie zuerst den MM4 und anschließend den Verstärker ein.
- Wählen Sie am Verstärker den verwendeten Line-Eingang.
Vor dem Ein- oder Ausstecken von Cinchkabeln sollten alle Geräte ausgeschaltet werden.
Aufstellung
Aufgrund des integrierten Ringkerntransformators sollte der MM4 MKII mit etwas Abstand zum Plattenspieler und zum Tonabnehmer aufgestellt werden.
Für eine möglichst störungsfreie Wiedergabe empfehlen wir:
- eine stabile und resonanzarme Stellfläche
- Abstand zu weiteren Netztransformatoren
- keine Aufstellung direkt auf einem Voll- oder Leistungsverstärker
- getrennte Führung von Netz- und Signalkabeln
- möglichst kurze Phonokabel
- hochwertige, gut geschirmte Cinchkabel
- korrekten Anschluss des Massekabels
- ausreichende Belüftung
Technische Daten
- Produkttyp: MM-Phonovorverstärker
- Geeignete Tonabnehmer: MM und geeignete High-Output-MC-Systeme
- Verstärkung: 42 dB
- Gemessene Verstärkung: knapp 43 dB
- Eingangswiderstand: 47 kΩ
- Eingangskapazität: 120 pF
- Maximale Eingangsspannung: 83 mV
- RIAA-Genauigkeit: innerhalb von 0,25 dB
- Klirrfaktor: weniger als 0,008 % bei 1 kHz
- Signal-Rausch-Abstand: bis zu 87 dB laut Herstellerangabe
- Kanaltrennung: besser als 75 dB von 20 Hz bis 20 kHz
- Ausgangsimpedanz: weniger als 10 Ω
- Stromversorgung: integriertes Netzteil mit Ringkerntransformator
- Netzanschluss: 230 V AC / 50 Hz
- Leistungsaufnahme: ca. 2,5 W
- Eingänge: 1 × Stereo-Cinch Phono MM
- Ausgänge: 1 × Stereo-Cinch Line
- Erdungsanschluss: vorhanden
- Abmessungen: 220 × 70 × 195 mm
- Gewicht: 1,6 kg
- Gehäuse: gefalztes Vollmetallgehäuse
- Farbe: Schwarz
Lieferumfang
- Edwards Audio MM4 MKII
- Netzkabel
- Bedienungsanleitung
- Garantieinformationen
Häufig gestellte Fragen
Ist der MM4 MKII ausschließlich für MM-Tonabnehmer geeignet?
Er wurde in erster Linie für MM-Systeme entwickelt. Geeignete High-Output-MC-Tonabnehmer können ebenfalls verwendet werden, wenn Ausgangsspannung und empfohlener Abschluss passen.
Kann ich einen Low-Output-MC-Tonabnehmer anschließen?
Nicht direkt. Dafür wird ein geeigneter Übertrager oder MC-Vorvorverstärker benötigt. Alternativ empfiehlt sich eine umschaltbare MM/MC-Phonostufe wie der Edwards Audio MC5 oder MC6.
Lassen sich Verstärkung und Kapazität einstellen?
Nein. Die Werte sind fest auf 42 dB, 47 kΩ und 120 pF eingestellt. Dadurch befinden sich keine zusätzlichen Umschalter im empfindlichen Eingangssignal.
Kann ich den MM4 an einen Verstärker ohne Phonoeingang anschließen?
Ja. Der Ausgang wird mit einem normalen Line-Eingang des Verstärkers verbunden.
Kann ich ihn an einen vorhandenen Phonoeingang anschließen?
Nein. Verwenden Sie ausschließlich einen Hochpegeleingang wie AUX, CD, Tuner oder Line.
Besitzt der MM4 MKII ein externes Netzteil?
Nein. Er besitzt ein hochwertiges integriertes Netzteil mit Ringkerntransformator und benötigt deshalb lediglich das mitgelieferte Netzkabel.
Warum besitzt er keine Einstellschalter?
Die festgelegten Werte passen zu zahlreichen MM-Tonabnehmern. Der Verzicht auf zusätzliche Kontakte und Schalter ermöglicht einen kurzen, unkomplizierten Signalweg.
Ist die frühere Acrylversion noch erhältlich?
Die Acrylversion wurde durch den aktuellen MM4 MKII im schwarzen Vollmetallgehäuse ersetzt. Restbestände können sich technisch und optisch von der aktuellen Ausführung unterscheiden.
Zusätzliche Informationen
| Prinzip | Phonovorverstärker für MM |
|---|---|
| Eingangswiderstand MM | 47K Ohm |
| Verzerrungen | <0.008% 1kHz |
| Verstärkung | 42dB |
| Max. Eingangsspannung MM | 83mV |
| Ausführung | Schwarz |
| Lieferumfang | Netzkabel, Garantieanforderung, Bedienungsanleitung |
| Netzanschluss | AC 230V/50Hz |
| Leistungsaufnahme | 2,5 Watt |
| RIAA Entzerrungsgenauigkeit | Innerhalb 0.25 dB |
| Kanaltrennung | Besser als 75dB – 20-20kHz |
| Abmessungen in mm BxHxL | 220 mm x 70 mm x 195 mm |
| Ausgangsimpedanz | <10 Ohm |
| Vewrfügbare Ausführungen | Schwarz |
Testbericht MM4 MK2 Hifi Test
Testbericht MM4 MK2 Hifi Test

Alt gegen neu
Vor eineinhalb Jahren bin ich dem Edwards Audio MM4 zum ersten Mal begegnet. Kurz darauf war klar: Der kleine MM-Phonoverstärker macht sich so gut in meiner Anlage, dass er bleiben muss. Nun gibt es einen Nachfolger. Ist schon die Zeit für einen Wechsel gekommen?
er MM4 ist ein reiner MM-Verstärker und hat auch nur einen Eingang. Der Powerschalter sitzt auf der Rückseite Es hat mich durchaus ein wenig überrascht zu sehen, dass mittlerweile einige Geräte der Firma Edwards Audio ihre Acryl-Gehäuse abgelegt und solche aus Stahlblech bekommen haben. Überrascht, weil die Verwendung von Acryl auch mit den langlichen Vorzügen argumentiert wurde. Aber ob es nun den Wünschen der Kundschaft oder neuen Erkenntnissen geschuldet ist: Das aktuelle Gehäuse des MM4 Phonoverstärkers ist aus gefalztem Stahlblech und sieht echt gut aus. Ich kann mir auch vorstellen, dass bei einem Preis von nunmehr 600 Euro der ein oder andere Kunde ein vermeintlich hochwertigeres Gehäuse überzeugender findet, auch wenn ich persönlich rein gar nichts an Acryl auszusetzen habe und die alte Version sogar hübscher finde. Der Hauptvorteil dürfte sein, dass man Staub nicht ganz so schnell sieht wie auf der schwarzen Acryl-Version. Das ist nämlich wirklich lästig.
Black Metal
Gab es den Vorgänger noch in mehreren Farbausführungen, ist damit nun Schluss: Den MM4 MKII gibt es nur in Schwarz. Inhaltlich hat sich auch nicht allzu viel getan, es gab aber ein paar kleine Upgrades, über die sich der Hersteller jedoch weitgehend ausschweigt. Geblieben ist auf jeden Fall das aufwendige interne Netzteil mit Ring-kerntrafo, das über getrennte Plus- und Minus-Gleichstromausgänge verfügt, was für maximale Unempfindlichkeit gegen Störgeräusche bei maximalem dynamikbereich und höchster Übersteuerungsfestigkeit sorgen soll. Und das ist rundsätzlich etwas Feines, wenn ein Phonoverstärker dieser reisklasse ohne ein billiges Steckernetzteil auskommt, sondern ein richtig potentes internes hat. Die Bauteile-Auswahl bleibt gewohnt hochwertig: Die zweischichtige Platine bietet eng tolerierte, mit einem dünnen Metallfilm versehene ELF-Widerstände von Vishay, Panasonic PSU-Kondensatoren aus der FM Serie und Vishay Polyester/Polypropylen-Folien-ndensatoren. Die RIAA-Entzerrung, also die Begradigungder für den Vinylschnitt erforderlichen Veränderungdes Frequenzgangs (Bässe im Pegel) gesenkt, Höhen ngehoben), erfolgt in einer Kombination aus einem aktiven Bass- und einempassiven Höhenfilter, mit einer Genauigkeit von 0,25 dB. Die Ausgangsstufe ist gepuffert, die Ausgangsimpedanz ist sehr gering, was praktisch ist, wenn man lange Kabel vom MM4 zum Verstärker legt. Auf der Rückseite geht es spartanisch zu, was daran liegt, dass es hier nichts einzustellen gibt. Bei einer sinnvoll gemachten MM-Phonostufe ist das aber auch nicht nötig. Der Eingangswiderstand beträgt 47 kOhm, die ingangskapazität 120 pF. Das passt so, da muss man nichts umstellen können. Verstärkt wird um 43 dB, auch das ist ein guter Wert. Die Genauigkeit der RIAA-Entzerrung gibt der Hersteller mit 0,2 dB Abweichung an, unterhalb von 1 kHz ist es dezent mehr. Das ist aber alles im grünen Bereich und besser, als man angesichts des Preises erwarten würde, denn: Kanalgleichheit bei Phonoverstärkern ist nicht ganz trivial. Der Fremdspannungsabstand ist sehr gut, die Kanaltrennung auch. Und Verzerrungen spielen schlicht keine Rolle. Zurück zur Rückwand. Neben zwei Paaren Buchsen (Ein- und Ausgänge) und einer Erdungsschraube sitzt hinten auch der „harte“ Netzschalter. Der Stromverbrauch ist aber so gering (2,4 Watt), dass man sich darüber nicht den Kopf zerbrechen sollte.
Klang
Das Aufeinandertreffen der beiden Modelle fand bei mir Zuhause statt. Zuspieler war mein Transrotor Dark Star Reference mit MM-System rtofon Concorde Music Black LVB 250. Die MM4s lieferten das Line-Signal an die Rotel-Vorstufe RC-1590MKII, und die versorgte die Lautsprecher Focal Alpha Evo 65. Das ist eine Kette, mit der man auch feine Unterschiede hören kann. Das neue Modell MM4 MK2 durfte anfangen. Die Suite Española von Rafael Frühbeck De Burgos klang super dynamisch und schlank-durchhörbar. Dark Star und Music Black LVB führen offensichtlich eine knackig-dynamische Beziehung, hier bleibt kein Auge trocken. Rage Against The Machines „Bombtrack“ hatte nicht nur Punch im Bass, sondern entwickelte einen Sog, der einen förmlich in den Song reinzog. Rhythmik und Timing waren exzellent. Zeit für den Wechsel auf den Vorgänger. Die MM4 im Acryl-Gehäuse bot beinahe dieselbe starke Klangqualität, beinahe denselben Punch, beinahe denselben Drive. Aber Fiona Apples Stimme in „I Want You To Love Me“ war etwas weniger freigestellt. Ähnlich das Ergebnis bei der grandiosen Live-Aufnahme von Albert Mangelsdorff, Jaco Pastorius und Alphonse Mouzon, bekannt als „Trilogue – Live!“. Das Schlagzeug im Remaster von 2020 klang über die neue MM4 weniger harsch in den Becken, der Raum war etwas größer. Ausreißer:
Tom Pettys „Time To Move On“ klang über die Acryl-Variante fluffi – ger und weniger steril. Mit allen anderen Teststücken jedoch spielte die neue MM4 etwas besser als die alte. Und so bot auch das Eröffnungsstück „The Burdens And The Hopes“ von Matt Mortons Soundtrack zu Apollo 11 eine nochmals fein gesteigerte Spannung. Dieses lange, sehr gleichförmige Stück entlarvt langweilige Geräte sofort. Dann ist das ein wenig belanglos, ein wenig langweilig, man fragt sich vielleicht sogar, wann endlich was passiert. Stimmt die Wiedergabekette, dann gibt es hier innere Spannung und Atmosphäre zuhauf. Hut ab! Und wer alles aus der MM4 MK2 rausholen möchte, der gönnt ihr ein solides, geschirmtes Netzkabel, etwa von Puritan Audio Labs. Diese Investition kann aber gerne etwas warten. Die Frage jedoch, die diesen Test so schön abschließen könnte, nämlich welches der beiden Geräte man kaufen soll, stellt sich nicht. Die alte Version ist nicht länger erhältlich. Besitzer des Vorgängers müssen auch nicht allzu nervös werden, denn die klanglichen Unterschiede sind zwar vorhanden, aber nicht gravierend. Letztendlich freue ich mich, dass es so toll klingende und für viele Vinyl-Fans bezahlbare HiFi-Geräte gibt, die kaum Wünsche offen lassen. Und auch wenn der Preis um 200 Euro gestiegen ist, bleibt das Preis-Leistungs-Verhältnis schlicht sehr gut!
Fazit Wer nur mit Moving-Magnet-Tonabnehmern Platten hört oder für MCs einen Übertrager nutzt, der kann mit dem Edwards Audio MM4 MK2 durchaus glücklich werden. Der Phonoverstärker macht richtig Musik, mit Druck, Tempo und Luftigkeit.
Alexander Rose-Fehling
Video Edward Audio MM 4 v1
Video Edward Audio MM 4 v1
Testbericht MM4 v1 MINT Magazin
Testbericht MM4 v1 MINT Magazin
PHONO-VORVERSTÄRKER
Edwards Audio MM-4
Von einem günstigen Phono-Pre erwartet man guten Klang, aber erst einmal keine Wunder. Der Edwards Audio vollbringt trotzdem eines: Mit MM-Systemen oder High-Output-MCs bereitet er mehr Hörspaß als manches dreimal so teure Gerät. Ein Preamp, über den man nicht viel, dafür aber nur Gutes schreiben kann.
Kevin Edwards scheint neben der legitimen Absicht, mit seiner Firma Geld zu verdienen, auch noch einen gesunden HiFi-ldealismus zu besitzen: Während sein Nobel-Label Talk Electronics in einer Art Dornröschenschlaf ruht, entwirft der Brite unter Edwards Audio ein umfangreiches Sortiment an erschwinglichen, schlichten, aber intern sehr sorgfältig gemachten Audiokomponenten. Also klassisches Vernunfts-High-End, das einst als besondere Tugend englischer Hersteller galt, heute aber immer seltener zu finden ist.
Der MM-4 blendet nicht mit Glamour und Einstell-Features, zumal es fürs gleiche Geld sogar MC-taugliche Phono-Preamps gibt — auch von Edwards selbst. Die haben dann aber garantiert kein so gutes Netzteil wie der MM-4: Im Haus entwickelt statt von der Stange zugekauft, mit streuarmem, reichlich dimensioniertem Ringkern-Trafo, symmetrischen Betriebsspannungen und einem richtigen Schuko-Kaltgerätekabel bietet diese interne Stromversorgung das volle Kontrastprogramm zu den notorischen Steckernetzteil-Störsendern, die in modernen Anlagen zunehmend den Fußraum bevölkern. Wie bereits im Namen angedeutet konzentriert sich der MM-4 auf Magnet- und Moving-Iron-Systeme: Üppige 42 Dezibel Gain sind festgelegt, das reicht auch für High-Output-MCs, aber eben nicht für echte Moving Coils, die eher 60 bis 70 Dezibel Verstärkung brauchen. Aber warum sollen Phonostufen auch nicht spezialisiert sein? Vor allem, wenn der Verzicht auf MC mit einer so hochwertigen MM-Vorverstärkung honoriert wird: Zweischichtiges Platinenmaterial trägt hier eine fast schon noble Bauteilauswahl mit Panasonic-Elkos, Vishay-Präzisionswiderständen und Polystyrol-Folienkondensatoren im passiven Hochtonzweig der RIAA-Entzerrung. Die eigentliche Verstärkung findet in zwei Analog Devices OP275 statt — unter den Verstärkerchips ebenfalls Meister ihrer Klasse, die auf ihrer Siliziumwaffel JFET mit bipolaren Transistoren kombiniert und deren Vorteile vereinen sollen.
Für die Praxis ist der Edwards Audio bestens gerüstet. An seinen 120 Picofarad Eingangskapazität liefern auch heikle MMs einen ausgeglichenen Frequenzgang, der Ausgangswiderstand ist mit 10 Ohm extrem niedrig — was auch sehr lange Kabelstrecken ohne klangliche Einbußen erlaubt — und Rauschen ist schlicht kein Thema.
Entscheidend ist aber der Klang:
Würden Superlative nicht dem Understatement-Charakter des Edwards-Preamps laufen, müsste man ihn als sensationell bezeichnen. Der MM-4 spielte im Test miz unserem New Horizon 121 (Audio-Team.. AT91), einem Thorens 403 DD (OrtE31 2i Blue, 2M Bronze) sowie dem den High-Output-MC Seto-Hori des japanischen Herstellers Jico in einem SME 10. Stets klangen die Spieler auffallen: saftig, musikalisch vollständig und voll. Keine Frage: Das sind alles gute besonders gelungene Plattenspieler, die auch an anderen MM-Eingängen nicht enttäuschen. Im direkten Vergleich seiner Preisklasse aber sucht der Edwards, mit seinem warmen, feinen und dynamischen Klang seinesgleichen.
BERNHARD RIETSCHEL








