Edwards Audio MC 6 MK II
€990,00
Der Edwards Audio MC6 MKII ist ein hochwertiger, in Großbritannien gefertigter MM/MC-Phonovorverstärker mit umfangreichen Anpassungsmöglichkeiten. Drei MM-Verstärkungsstufen, verschiedene Impedanz- und Kapazitätseinstellungen sowie eine fein abstimmbare MC-Verstärkung ermöglichen die präzise Anpassung an zahlreiche Tonabnehmer. Eine aufwendige Stromversorgung, die diskrete Eingangsstufe und die exakte RIAA-Entzerrung sorgen für eine dynamische, räumliche und detailreiche Musikwiedergabe.
Beschreibung
Edwards Audio MC6 MKII
Hochwertiger MM/MC-Phonovorverstärker mit umfangreichen Anpassungsmöglichkeiten
Der Edwards Audio MC6 MKII ist ein besonders vielseitiger Phonovorverstärker für anspruchsvolle Vinylhörer. Er eignet sich sowohl für klassische MM-Tonabnehmer als auch für High-Output- und Low-Output-MC-Systeme. Die Verstärkung, Eingangsimpedanz und Eingangskapazität lassen sich an unterschiedliche Tonabnehmer anpassen.
Ein großzügiger, detailreicher Klang, eine präzise räumliche Darstellung und ein angenehm ruhiger Hintergrund machen den MC6 MKII zu einer leistungsfähigen Schaltzentrale für hochwertige Plattenspieler. Netzteil und Phonostufe befinden sich gemeinsam in einem stabilen Aluminiumgehäuse. Der Wechsel zwischen MM- und MC-Betrieb erfolgt bequem über einen Schalter auf der Rückseite.
Für MM-, High-Output-MC- und Low-Output-MC-Tonabnehmer
Der Edwards Audio MC6 MKII besitzt getrennte Einstellmöglichkeiten für unterschiedliche Tonabnehmertypen. Dadurch kann die Phonostufe wesentlich genauer auf das verwendete System abgestimmt werden als ein Modell mit fest vorgegebenen Anschlusswerten.
Zur Verfügung stehen:
- drei Verstärkungsstufen für MM und High-Output-MC
- 47 kΩ für klassische MM-Tonabnehmer
- 1 kΩ für geeignete High-Output-MC-Systeme
- vier wählbare Eingangskapazitäten im MM-Betrieb
- drei abgestimmte Widerstands- und Kapazitätspaare für MC-Systeme
- eine in Schritten von ungefähr 3 dB einstellbare zusätzliche MC-Verstärkung
Die Einstellungen werden über interne Schalter vorgenommen. So bleibt die Außenseite des Geräts übersichtlich und die gewählte Konfiguration vor unbeabsichtigtem Verstellen geschützt.
Anpassung im MM-Betrieb
Für MM-Tonabnehmer stehen drei Verstärkungsstufen zur Verfügung:
| Einstellung | Verstärkung | Typische Anwendung |
|---|---|---|
| Niedrig | ca. 36 dB | MM-Systeme mit hoher Ausgangsspannung von etwa 7–8 mV |
| Standard | ca. 43 dB | Die meisten MM-Systeme mit ungefähr 4–6 mV |
| Hoch | ca. 50 dB | Leisere MM- oder geeignete High-Output-MC-Systeme |
Zusätzlich kann zwischen einer Eingangsimpedanz von 47 kΩ und 1 kΩ gewählt werden. Vier Kapazitätseinstellungen ermöglichen eine weitere Anpassung an Tonabnehmer, Kabel und Herstellerempfehlung. Die deutsche Bedienungsanleitung beschreibt 43 dB als übliche MM-Einstellung und empfiehlt, grundsätzlich die niedrigste ausreichend hohe Verstärkung zu verwenden. bt-hifi.com
Präzise Anpassung an MC-Tonabnehmer
Im MC-Betrieb stehen drei fest aufeinander abgestimmte Kombinationen aus Abschlusswiderstand und Kapazität zur Verfügung:
| Abschlusswiderstand | Zugehörige Kapazität |
|---|---|
| 10 Ω | 220 nF |
| 100 Ω | 22 nF |
| 470 Ω | 4,7 nF |
Widerstand und Kapazität sollten immer als zusammengehöriges Paar eingestellt werden. Die Abstimmung der beiden Werte unterstützt einen möglichst linearen Frequenzgang und verhindert ungewollte Veränderungen im Hochtonbereich.
Wenn der Tonabnehmerhersteller einen empfohlenen Abschlusswiderstand nennt, sollte dieser Wert als Ausgangspunkt verwendet werden. Liegt keine Empfehlung vor, kann ungefähr das Zehnfache des Innenwiderstands des Tonabnehmers als Orientierung dienen. Die Feinabstimmung darf anschließend nach Gehör erfolgen.
Einstellbare MC-Verstärkung
Die zusätzliche Verstärkung der MC-Stufe kann in Schritten von ungefähr 3 dB angepasst werden. In der typischen Werkseinstellung werden etwa 24 dB MC-Verstärkung zur MM-Grundverstärkung von ungefähr 43 dB addiert. Daraus ergibt sich eine Gesamtverstärkung von rund 67 dB.
Eine hohe Verstärkung ist nicht automatisch besser. Sie sollte nur so hoch eingestellt werden, wie es für eine ausreichende Lautstärke erforderlich ist. Eine unnötig hohe Einstellung kann den Rauschpegel erhöhen und die Übersteuerungsreserve verringern.
Die Einstellungen für den linken und rechten Kanal müssen immer identisch vorgenommen werden.
Aufwendige RIAA-Entzerrung
Die präzise RIAA-Entzerrung verbindet eine aktive Bassentzerrung mit einer passiven Hochtonentzerrung. Diese Schaltungsweise unterstützt eine saubere Impulswiedergabe und eine hohe klangliche Neutralität.
Die maximale Abweichung von der RIAA-Kennlinie beträgt lediglich etwa ±0,25 dB. Damit wird das auf der Schallplatte gespeicherte Musiksignal sehr genau rekonstruiert – mit ausgewogenen Klangfarben, kontrolliertem Bass und fein aufgelösten Höhen.
Diskreter Eingang und niederohmiger Ausgang
Eine diskret aufgebaute Eingangsstufe übernimmt die erste und besonders empfindliche Verstärkung des Tonabnehmersignals. Die pseudo-symmetrische Eingangsschaltung wurde auf eine saubere Masseführung und die wirkungsvolle Unterdrückung von Störeinflüssen ausgelegt.
Die gepufferte Ausgangsstufe besitzt eine Ausgangsimpedanz von weniger als 10 Ω und kann auch vergleichsweise niedrige Anschlussimpedanzen bis 600 Ω sicher treiben. Dadurch arbeitet der MC6 MKII zuverlässig mit unterschiedlichsten Vor- und Vollverstärkern sowie mit längeren Verbindungskabeln.
Integrierte und doppelt geregelte Stromversorgung
Im Gegensatz zu einfacheren Phonovorstufen befinden sich Netzteil und Audioschaltung gemeinsam in einem stabilen Gehäuse. Die speziell entwickelte Stromversorgung stellt getrennte positive und negative Versorgungsspannungen bereit und wird doppelt geregelt.
Hochwertige Gleichrichter, Entstörkondensatoren und niederimpedante Panasonic-Kondensatoren tragen zu einer ruhigen Versorgung der empfindlichen Verstärkerschaltung bei. Das Ergebnis ist ein sauberer Hintergrund, aus dem sich selbst feine musikalische Informationen klar lösen können.
Hochwertiger Aufbau
Der MC6 MKII wird in Großbritannien gefertigt. Zum konstruktiven Aufwand gehören:
- doppelseitige, vergoldete Leiterplatten
- eng tolerierte Vishay-MELF-Widerstände
- niederimpedante Panasonic-Kondensatoren
- diskret aufgebaute Eingangsstufe
- gepufferte, niederohmige Ausgangsstufe
- stabiles, natur eloxiertes Aluminiumgehäuse
- vergoldete Cinchanschlüsse
- integrierte Netzversorgung
Das beleuchtete Edwards-Audio-Logo zeigt gleichzeitig die gewählte Betriebsart an: Rot steht für MM, Blau für MC.
Klangcharakter
Der Edwards Audio MC6 MKII spielt klar, fein aufgelöst und dynamisch, ohne die Musik analytisch oder kühl erscheinen zu lassen. Instrumente und Stimmen werden präzise voneinander getrennt und stabil innerhalb einer breiten und tief gestaffelten Bühne abgebildet.
Die MM-Sektion überzeugt mit Offenheit und sauberer Konturierung. Auch im anspruchsvolleren MC-Betrieb bleiben feine Details, räumliche Informationen und dynamische Abstufungen erhalten. Tests heben besonders die umfangreichen Anpassungsmöglichkeiten sowie die in beiden Betriebsarten ausgewogene und detailreiche Wiedergabe hervor.
Einrichtung und Bedienung
Der Wechsel zwischen MM und MC erfolgt über den rückseitigen Wahlschalter. Die genauere Anpassung von Verstärkung, Widerstand und Kapazität wird im Geräteinneren vorgenommen.
Vor dem Öffnen des Gehäuses muss das Gerät vollständig ausgeschaltet und vom Stromnetz getrennt werden. Aufgrund der intern geführten Netzspannung sollten Änderungen der internen Einstellungen im Zweifelsfall durch den Fachhändler oder eine qualifizierte Fachkraft vorgenommen werden.
Wichtig:
- Die Einstellungen beider Kanäle müssen identisch sein.
- Widerstand und Kapazität der MC-Stufe müssen als festes Paar gewählt werden.
- Beginnen Sie mit der empfohlenen Tonabnehmerlast.
- Verwenden Sie die niedrigste Verstärkung, die eine ausreichende Lautstärke ermöglicht.
- Schalten Sie den MC6 MKII aus, bevor Kabel angeschlossen oder Einstellungen verändert werden.
- Verbinden Sie das Erdungskabel des Plattenspielers mit der Masseklemme des MC6 MKII.
Technische Daten
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Gerätetyp | MM/MC-Phonovorverstärker |
| MM-Verstärkung | ca. 36, 43 oder 50 dB |
| MM-Eingangsimpedanz | 47 kΩ oder 1 kΩ |
| MM-Eingangskapazität | vier Einstellungen |
| MC-Abschluss | 10 Ω / 220 nF, 100 Ω / 22 nF oder 470 Ω / 4,7 nF |
| MC-Verstärkung | intern einstellbar, Schritte von ca. 3 dB |
| Typische MC-Gesamtverstärkung | ca. 67 dB in Werkseinstellung |
| Maximale MM-Eingangsspannung | ca. 83 mV |
| Klirrfaktor | unter 0,008 % bei 1 kHz |
| RIAA-Genauigkeit | ca. ±0,25 dB |
| Dynamikbereich | ca. 110 dB |
| Kanaltrennung | über 75 dB von 20 Hz bis 20 kHz |
| Ausgangsimpedanz | unter 10 Ω |
| Minimale empfohlene Last | 600 Ω |
| Anschlüsse | Cinch-Eingang, Cinch-Ausgang und Masseanschluss |
| Netzversorgung | 230 V / 50 Hz |
| Abmessungen | ca. 220 × 70 × 195 mm |
| Gewicht | ca. 1 kg |
| Gehäuse | Aluminium |
| Farbe | Schwarz |
| Herstellung | Großbritannien |
Häufig gestellte Fragen
Kann ich den MC6 MKII mit einem MM-Tonabnehmer verwenden?
Ja. Für MM-Systeme stehen drei Verstärkungsstufen, zwei Eingangsimpedanzen und vier Kapazitätseinstellungen zur Verfügung.
Eignet sich das Gerät für High-Output-MC-Tonabnehmer?
Ja. Je nach System kann ein High-Output-MC-Tonabnehmer mit 47 kΩ oder 1 kΩ und einer passenden MM-Verstärkung betrieben werden. Entscheidend ist die Empfehlung des Tonabnehmerherstellers.
Welche MC-Einstellung ist die richtige?
Verwenden Sie zunächst den vom Hersteller des Tonabnehmers empfohlenen Abschlusswiderstand. Beim MC6 MKII muss dazu immer die zugehörige Kapazität eingestellt werden.
Muss ich die maximale MC-Verstärkung verwenden?
Nein. Verwenden Sie nur so viel Verstärkung wie erforderlich. Eine niedrigere Verstärkung bietet normalerweise eine größere Übersteuerungsreserve und einen günstigeren Rauschabstand.
Kann ich die Einstellungen selbst verändern?
Die Anpassung erfolgt über interne Schalter. Da sich im Gerät Netzspannung befindet, sollte die Änderung nur bei vollständig vom Stromnetz getrenntem Gerät und mit entsprechender Fachkenntnis vorgenommen werden. Im Zweifelsfall übernehmen wir die Einstellung für Sie.
Zeigt das Gerät den gewählten Betriebsmodus an?
Ja. Das beleuchtete Logo leuchtet im MM-Betrieb rot und im MC-Betrieb blau.
Lieferumfang
- Edwards Audio MC6 MKII
- Netzkabel
- Bedienungsanleitung
Empfohlene Korrekturen am bestehenden Eintrag
- Produktbezeichnung einheitlich als MC6 MKII schreiben.
- Den Eintrag „4 nF“ auf 4,7 nF korrigieren.
- Unter „Verstärkung MM“ die Werte ca. 36, 43 und 50 dB eintragen.
- Die zusätzlichen MC-Verstärkungswerte nicht als MM-Verstärkung ausweisen.
- Die Werkseinstellung korrekt mit ca. 24 dB zusätzlicher MC-Verstärkung beziehungsweise ca. 67 dB Gesamtverstärkung beschreiben.
- Den Wert „–83 dB, A-bewertet, bezogen auf 5 mV“ nicht als MC-Rauschabstand kennzeichnen – die Referenz von 5 mV gehört zum MM-Betrieb.
- Ältere Tests und Videos deutlich als Berichte zum Vorgängermodell kennzeichnen.
- Den Menüpunkt „Garantieanforderung“ sprachlich besser in Garantieinformationen ändern.
Zusätzliche Informationen
| Prinzip | Phonovorverstärker für MM und MC Tonabnehmer |
|---|---|
| Eingangswiderstand MM | 47 kOhm |
| Verzerrungen | <0.008% 1kHz |
| Verstärkung MM | Zusätzliche 3 x 3dB Feinanpassung |
| Max. Eingangsspannung MM | 83mV |
| Eingangswiderstand MC | 10 Ohm @ 220nF |
| Verstärkung MC | + 18dB zum gewählten MM Verstärkungswert |
| Ausführung | Schwarz |
| Lieferumfang | Netzkabel, Bedienungsanleitung |
| Netzanschluss | AC 230V/50Hz |
| Leistungsaufnahme | 5-10 Watt |
| RIAA Entzerrungsgenauigkeit | Innerhalb 0.25 dB |
| Kanaltrennung | Besser als 75dB – 20-20kHz |
| Signal-Rausch-Verhältnis (MM) | MM -83db A – gewichtet/ref 5mV |
| Abmessungen in mm BxHxL | 220 mm x 70 mm x 195 mm |
| Ausgangsimpedanz | <10 Ohm |
Testbericht MC 6 V1 LP Magazin
Testbericht MC 6 V1 LP Magazin
Flaggschiff-Phono der etwas anderen Art
Selbstverständlich generiert der Anschein eine Erwartungshaltung. Und dieser Anschein hier sorgt für so etwas wie schulterzuckende Akzeptanz nach dem Motto: „Wenn hier keiner grob etwas verrissen hat, dann wird man mit dem Ding schon Musik hören können“. Sie sehen mir
eine gewisse Hochnäsigkeit im stillen Kämmerlein nach und vermuten zu Recht, dass davon nach Abschluss der Beschäftigung mit diesem Gerät so ganz viel nicht übrig geblieben ist. Der unscheinbare Edwards-Phonopre hat mich nämlich in mehrerlei Hinsicht faustdick überrascht.
Überhaupt: Edwards Audio? Das ist eine von derzeit vier Marken des britischen Unternehmens Talk Electronics. Damit ist man schon seit über 25 Jahren im Geschäft, die Marke Edwads Audio gründete Talk Electronics-Chef Kevin Edwards jedoch erst im Jahre 2009. Und mit der neuen Marke verbindet er eine Mission: Gutes und bezahlbares HiFi, erdacht und gebaut auf britischem Boden – das muss möglich sein. Und tatsächlich hat der Mann es bislang immer wieder geschafft, genau dieses Versprechen einzulösen, weshalb wir zum Beispiel den Plattenspieler TT4 im vergangenen Jahr als „Product Of The Year“ ausgezeichnet haben. Womit wir uns hier beschäftigen wollen, ist die größte Phonovortufe des hauseigenen Line-ups, die MC6. Ein Topmodell für 600 Euro – wo gibt’s das andernorts schon? Was mir erst einmal sympathisch ist: Die Konstrukteure haben darauf verzichtet, das Netzteil des Gerätes auszulagern. Soll heißen: Kein Steckernetzteil, kein lästiges zu versteckendes separates Kästchen, keine Probleme beim Ein- und Ausschalten.

Weil: Wer den Netztrafo mit ins Gerät holt, der kann auch einen korrekten „harten“ Netzschalter einbauen. Was hier geschehen ist. Der sitzt zwar nicht ganz praktisch auf der Rückseite, aber immerhin. Die MC6 ist eine MC- und MM-taugliche Phonovorstufe. Im MC-Betrieb schafft sie
eine maximale Verstärkung von rund 72 Dezibel, was reichlich ist und das Gerät damit sogar als Spielpartner für richtig leise Exoten-MCs qualifi ziert. Und wenn man fähige Entwickler hat, dann kann man ein so hoch verstärkende Lösung auch sauber realisieren, wenn der Netztrafo mit
im Gehäuse sitzt. Kompliment schon mal dafür. Die Rückseite bietet ein Paar Cinch Eingangs- und ein paar Ausgangsbuchsen. Man kann also nur einen Abtaster anschließen, die Umschaltung zwischen MM und MC erfolgt per ebenfalls hinten angeordnetem Drucktaster. Auf der schwarzen Acrylfront des Gerätes gibt es nichts zu tun, außer das Firmenlogo zu bewundern, das je nach Betriebsart blau oder rot leuchtet. Schwarzes Acryl findet sich auch als Material für den Gehäusedeckel und die Seitenwände wieder. Als tragende Struktur dient eine Blechwanne, die mit dem Acryl-“U“ verschraubt wird und als Träger für die Technik dient. Und das, was es hier zu sehen gibt, würde ich als mustergültiges Beispiel für ein pragmatisches, gelungenes Phonovorstufen-Design bezeichnen. Den Stromversorgungsjob übernimmt ein ausgewachsener Ringkerntransformator , übrigens aus europäischer Fertigung. Er bezieht seinen Strom via Kaltgerätebuchse – nein, nicht einfach direkt, sondern über die nächste Überraschung: Der Hersteller spendierte hier nämlich ein „DC-Filter“. Das ist eine Anordnung aus Elkos und Dioden, die Gleichspannungsanteile aus der Netzspannung entfernt, wie sie heutzutage immer öfter auftreten. Sie bereiten Netztrafos erhebliche Probleme, die sich als zeitweises mechanisches Brummen äußern. Dem Trafo nachgeschaltet sind Gleichrichter und ordentlich eine dimensionierte Siebung, es folgen elektronische Regelschaltungen für die Betriebsspannungen.


Die Verstärkerschaltung selbst ist mit integrierten Operationsverstärkern realisiert,
die eingesetzten Typen von Analog Devices waren mir bis dato neu, machen laut Datenblatt aber einen extrem gut für den Job geeigneten Eindruck. Auf der Platine tummelt sich ein bunter Mix aus bedrahteten und SMD-Komponenten. Die Entzerrung erfolgt mehrstufig, teils aktiv, teils passiv, die Filterkondensatoren sind von guter Qualität. Die nächste Überraschung wartet am Ausgang der Schaltung: Den letzten OPs sind nämlich diskret aufgebaute Ausgangsstufen nachgeschaltet, die für eine schön niedrige Ausgangsimpedanz sorgen und auch exotische Lasten ohne Probleme treiben können. Sehr erstaunlich in dieser Klasse. So, und jetzt wird’s für Sie als Anwender wichtig: Die Parametrierung des Gerätes erfolgt nämlich über gleich acht DIP-Schalterblöcke, die mit auf der Platine sitzen und sich damit nur nach Entfernen des Deckels erreichen lassen. Damit lassen sich eine Vielzahl von Dingen einstellen, wie zum Beispiel die Verstärkung des MC- und des MM-Zweiges separat voneinander. In Summe ergibt das eine Vielzahl möglicher Verstärkungen zwischen 35 und 72 Dezibel – da sollte für jeden Tonabnehmer
etwas dabei sein. Im MM-Betrieb kann man vier Eingangskapazitäten anwählen und sich sogar zwischen 47 und einem Kiloohm Eingangsimpedanz entscheiden, was zum Beispiel bei dem einen oder anderen High-Output-MC eine gute Idee sein mag. Sogar für den MC-Betrieb kann man
zwischen drei Eingangskapazitäten wählen (was ich eher exotisch finde), bei der MC- Abschlussimpedanz gibt’s die Wahl zwischen 10, 100 und 470 Ohm. Hier hätt’s ein wenig mehr sein dürfen, in 95 Prozent aller Fälle sollte das aber passen. Sehr erstaunlich, was der Hersteller
hier auf die Beine gestellt hat, es ist an der Zeit herauszufinden, ob sich das auch klanglich bezahlt macht. Zunächst durfte die MC6 mit dem ausgezeichneten Mustang-MM Bekanntschaft machen, das an anderer Stelle in diesem Heft zu bestaunen ist. Ich bin letztlich bei maximaler
MM-Verstärkung (50 Dezibel) gelandet und hatte damit eine 900-Euro-Kombi aus Abtaster und Phonovorstufe, die ziemlich nachdenklich macht, weil sie nämlich ganz ausgezeichnet Musik spielt. Wir hören mal bei Richard Koch rein, jenem österreichischen Jazztrompeter, dessen Album „Stadt“ vorletztes Jahr schwer zu gefallen wusste. Die MM-typische Geschlossenheit ist sofort da. Dieser Impuls, mit dem Thema „Hörtest“ einfach aufhören und nur Musik hören zu wollen. Ja, ich weiß – das wäre an dieser Stelle eher kontraproduktiv. Was bereits hier auffällt, ist der zarte Schmelz, den die MC6 am oberen Ende des Spektrums liefert. Kochs Trompete klingt geschmeidig, sanft und komplett. Sie lässt erstaunlich tief blicken, diese Kombination, wie die fein ziselierten Perkussionselemente beweisen. Das Klavier hat Substanz und ist gut vom Rest des Geschehens separiert, der Kontrabass swingt. Wir probieren mal das großartige King-Buffalo-Album „Burden Of Recklessness“. Das US-Psychedelic-Trio liegt voll auf der Linie dieser Analogkombi. Der Sound hat Rhythmus, Drive und diesen leicht lakonischen Grundtenor, der
sich durch das Album zieht. Die Gitarren habe Fülle und erfreulich viel Differenzierung – klasse. Versuchen wir mal einen MC-Abtaster. Das Ortofon Windfeld Ti passt zwar preislich nicht ganz zu der MC6, hat aber Charakter. Und das zeigt die Edwards-Phonovorstufe auch sofort: Dieser Replikant-100-Diamant des Ortofon ist ein Detail-Trüffelschwein allererster Güte und es ist erstaunlich, wie sehr das günstige Gerät diesem Umstand Rechnung tragen kann. Sogar gewiss nicht einfacher Japan- Jazz (Tsuyoshi Yamamoto) klingt überaus frisch, lebendig und präzise. Die mittleren bis oberen Lagen sind klar die Regionen, in denen die größten Stärken der MC6 zu
finden sind. Die Klavieranschläge klingen hauchzart aus, die Bühnenabbildung hat eine realistische Größe, die Verhältnisse passen. Diese sanfte Geschmeidigkeit ging mit dem MM nicht, was völlig in Ordnung ist. Für abermaligen Kontrast sorgen Steely Dan mit ihrem Jahrhundertwerk „Aja“: Der typische Siebziger-Sound sitzt sofort, das Klangbild ist kompakt, aber schön differenziert, Donald Fagens Gesang hat seine typische Tonalität – das passt einfach. Klar, die zum Vergleich herangezogenen deutlich aufwändigeren Geräte liefern untenherum noch ein wenig mehr Substanz und klingen vielleicht noch ein bisschen zwingender, der Qualität dieser ganz erstaunlichen 600-Euro-Maschine tut das aber keinerlei Abbruch. Dicke Empfehlung!
Holger Barske
Testberichte MC 1 / MC6
Testberichte MC 1 / MC6
Einstiegsdroge?
Überholt Vinyl bald die CD? So titelte eine Tageszeitung ihren Bericht über die Entwicklung am USamerikanischen Musikmarkt. Demnach sind in den USA die Einkünfte aus Streaming-Angeboten bereits für 80 Prozent des Gesamtmarktes verantwortlich. Im kleiner werdenden Markt für physische Tonträger wird zugleich das Rennen zwischen CD und Vinylplatte immer enger — laut den im Zeitungsbericht angeführten Zahlen vom ersten Halbjahr 2019 betrug der CD-Umsatz 347,9 Millionen US-Dollar, der VinylUmsatz rangierte mit 224 Millionen Dollar nur knapp dahinter. Während der CD-Umsatz gegenüber den Vergleichszahlen von 2018 ein Plus von 0,8 Prozent aufwies, setzte sich bei der analogen Schallplatte mit 13 Prozent der Aufwärtstrend weiter fort. Branchenkenner, so hieß es in dem Bericht, vermuten deshalb, daß Vinyl heuer die CD erstmals seit ihrer
Einführung in den achtziger Jahren wieder überrunden könnte. Wohlgemerkt, das betrifft die USA. Aber auch in Deutschland weisen die Zahlen in ähnliche Richtung. Laut Industrieverband BVMI verzeichneten im selben Zeitraum die Vinylplatten einen Zuwachs von 7,4 Prozent, während der CD-Umsatz um 11,7 Prozent zurückging. Allerdings hält die CD hierzulande immerhin noch einen Marktanteil von 28,2 Prozent, während Vinyl derzeit erst bei 4,4 Prozent liegt — Tendenz steigend. Was ich damit sagen will? Daß es heute und auch in überschaubarer Zukunft einen Markt für die analoge Schallplatte gibt beziehungsweise geben wird — und darauf haben sich natürlich auch die Hersteller eingestellt. Ich behaupte sogar, daß es kaum jemals ein derart reichhaltiges Angebot hochqualitativer analoger Wiedergabegeräte gab wie heute. Das kommt nicht nur dem absoluten High-End-Freak entgegen, davon profitieren ebenso auch der analoge Neueinsteiger und Wiedereinsteiger, der seinen bereits auf den Dachboden ausgelagerten Plattenspieler wieder revitalisiert, um vorhandenes und neues „schwarzes Gold“ für sich zu entdecken.
Vielfach ausgezeichnetes Preis/Leistungs-Verhältnis
Einer jener Hersteller, die schon länger auf diesen Trend abfahren, ist die südenglische Firma Talk Electronics mit der Marke Edwards Audio. Im deutschsprachigen Raum erst seit einigen Jahren am Markt, hat sich das Unternehmen auf den britischen Inseln schon längst einen Namen gemacht — vor allem mit einem herausragenden Preis/Leistungs-Verhältnis, das bereits vielfach ausgezeichnet wurde. Die Plattenspieler,
Phonovorverstärker, Verstärker, Lautsprecher und Kabel werden übrigens komplett in Großbritannien gebaut. Eines dieser — zutiefst britischen — Geräte hat mir jetzt der deutsche B&T Hifi Vertrieb zum Test zur Verfügung gestellt: die Phonovorstufe Edwards Audio MC1 Mk2.
Dieser Phonopre bereitet nicht nur die leisen Signale von Moving Coil (MC)-Tonabnehmern nach RIAANorm auf, sondern ist ebenso für den Anschluß von Moving-Magnet (MM)- oder High Output Moving Coil (HOMC)-Systemen gewappnet. Ein 220 mm breites, 70 mm hohes und 200 mm tiefes schwarzes Metallgehäuse, an der Frontseite das hinterleuchtete Firmenlogo (blau im MC-Betrieb — rot bei MM-Einstellung), an der Rückseite je ein vergoldetes Cinch/RCA-Buchsenpaar für Ein- und Ausgang, der Umschalter MC/MM, Netzschalter, Masseklemme und Netzanschlußbuchse. Die MC-Eingangsimpedanz ist auf 100 Ohm beschränkt, das paßt jedoch für viele Abtaster. Gegenüber der MM1-PSU1-Kombination aus dem eigenen Haus haben die Entwickler die Leistung nochmals durch ein hochwertigeres internes Netzteil, höher selektierte Operationsverstärker und Weiteres verbessert. Ein Highlight ist die vollständig RoHs-konforme (neue EU-Richtlinie zur Beschränkung gefährlicher Stoffe) und goldplattierte, zweilagige Platine. Vom Feinsten auch Bauteile, wie die mit einem dünnen Metallfi lm versehene, sehr eng tolerierten MELF-Widerstände von Vishay, PSU-Kondensatoren der Panasonic FM-Serie sowie Vishay Polyester/Polypropylen-FolienKondensatoren. Die RIAA-Kurve wird durch eine — eher seltene — Kombination aus aktiver Baß- und passiver Höhenentzerrung erzielt, beeindruckend die Genauigkeit von +/- 0,25 dB. Der Signal/Geräuschspannungsabstand liegt bei 87 dB(A)/MM, 5 mV, beziehungsweise bei 65 dB(A)/MC, 0,5 mV. Eine vollständig gepuff erte Ausgangsstufe mit sehr niedriger Ausgangsimpedanz soll Kabeleff ekte reduzieren und die Ausgangsspannung verbessern. Das speziell entwickelte Netzteil besitzt — laut Hersteller einzigartig in dieser Preisklasse — getrennte Plus- und MinusGleichstromausgänge für besondere Unempfindlichkeit gegen Störgeräusche bei höchster Dynamik und Übersteuerungsfestigkeit. Also kein Netzteil „von der Stange“, wie häufi g eingesetzt. Und das unscheinbare schwarze Kästchen entpuppt sich als gefalztes Stahlblech-Gehäuse mit neun Millimeter starkem, maschinell hergestellten Rahmen und Ganzmetallrückwand. Entscheidend ist jedoch, wie diese englische Phonostufe in unserem Setup klingt…
Fehlt denn da überhaupt irgendwas?
Das vorzügliche Van den Hul The Frog Gold ziert den 10“ Unipivot-Tonarm Cornet 1 an meinem Laufwerk Pear Audio Analog Capt. Handy SE. Ein fast 3.000 Euro teurer Abtaster an einer 600 Euro-Phonostufe?
Meine Überlegung: So kann ich leicht herausfinden, was dem MC1 Mk2 abgeht. „Nanu, fehlt denn da überhaupt irgendwas?“, frage ich mich, als die ersten wuchtigen Klänge der „Carmina Burana“ von Carl Orff meinen Abhörraum voll ausfüllen (DGG 139362). Eugen Jochum dirigiert Chor und Orchester der Deutschen Oper Berlin, mustergültig eingefangen von DGGTonmeister Klaus Scheibe. Der große Aufnahmeraum wird schön ausgeleuchtet, in dichten, komplexen Passagen geht kein Instrument des großen Orchesters unter. Die Stimmen der Solistinnen und Solisten haben Schmelz. Jetzt ist Klavier dran: Oscar Peterson und Bassist Niels-Henning Orsted Pedersen beim Jazz-Festival in Montreux 1979 (Pablo Live 2308224). Das Evergreen „Younger Than Springtime“ bringt mich zum Fußwippen, Klavieranschläge strahlen und perlen, wie ich es von Phonostufen eine Klasse höher erwarten würde. Deutlich höre ich Oscar Peterson summen und mitsingen. Die Improvisationen des dänischen Bassisten Pedersen lassen alles vibrieren. Ziemlich beeindruckend,
wieviel der kleine englische Phonopre von der enormen Klangfülle und Farbenpracht des VdH-Systems herüberbringt. Systemwechsel! Ein Clearaudio Virtuoso V2 ersetzt das grüne Frog. Diesen MM-Tonabnehmer der 800-Euro-Klasse sehe ich für die MC1 Mk2 eher als Partner auf Augenhöhe. Ein audiophiler Schatz meiner LPSammlung ist die 45er-Nachpressung „The Many Moods of Harry Belafonte“ (Impex/Living Stereo LSP2574), 1962 aufgenommen, 2013 von Cohearent Audio gemastert. In „Dark As A Dungeon“ ist ein Blitzeinschlag als elektrisches Knistern hörbar, gefolgt von Donnerschlag und Regenguß — ein Gewitter vor den Studiotüren. Aus Gründen der Authentizität hat man gegenüber dem Masterband nichts verändert. Harry Belafonte und seine Musikerkollegen vor dem rauschenden Regen musizieren zu hören, ist eine überzeugende Vorstellung der kleine Phonostufe in der MM-Einstellung. Makellos!
Technik
Mit weiträumiger Abbildung und einem hohen Grad an Gelassenheit stößt die preisgünstige MC1 Mk2 in deutlich höhere Preisregionen vor. Selbst komplexe Orchesterpassagen bringen die kleine Phonostufe nicht in Bedrängnis, den oberen Frequenzbereich geht sie zart und duftig an, rauhe Töne sind ihr fremd. Gegenüber wesentlich teureren Phonovorstufen fehlt etwas Kraft, Fundament und Farbe. Tipp: Gönnen Sie der MC1 Mk2 ein ordentliches Netzkabel — es lohnt sich! Und geben Sie acht: Suchtgefahr nicht ausgeschlossen!
Auf den Punkt gebracht
Die Edwards Audio MC1 Mk2 ist definitiv eine analoge Einstiegsdroge — aber nicht nur das. In die eigene Anlage integriert, hebt diese Phonostufe eine ganze Menge vom klanglichen Potential, das sich in Ihrer Plattensammlung verbirgt. Eine Empfehlung nicht nur für Neueinsteiger. Denn mit der MC1 Mk2 kann man glücklich werden – ein ganzes HiFi-Leben lang!
Harald Obst









