The MC 10 Special
Handarbeit trifft Präzision: Der van den Hul MC-10 Special verbindet den legendären VDH-I-Schliff mit Bor-Nadelträger, Kristallsilber-Spulen und einem weiterentwickelten Magnetkreis.
Beschreibung
Handgefertigter Moving-Coil-Tonabnehmer mit Kristallsilber-Spulen
Der van den Hul MC-10 Special ist ein individuell von Hand gefertigter Moving-Coil-Tonabnehmer für anspruchsvolle Analogliebhaber. Er verbindet den präzisen VDH-I-Diamantschliff mit einem leichten Bor-Nadelträger und sorgfältig abgestimmten Spulen aus hochwertigem Kristallsilberdraht.
Mit einer Ausgangsspannung von 0,65 mV pro Kanal bietet der MC-10 Special ein für einen klassischen MC-Tonabnehmer vergleichsweise kräftiges Signal. Seine Konstruktion ist auf hohe Auflösung, präzise Abtastung und eine saubere räumliche Darstellung ausgelegt.
„Special“ steht für konsequente Weiterentwicklung
Die Bezeichnung „Special“ kennzeichnet wesentliche Verbesserungen gegenüber der ursprünglichen Ausführung. Der MC-10 Special besitzt einen stärkeren Frontpol und einen zusätzlichen kleinen Magneten.
Diese konstruktiven Maßnahmen erhöhen nach Angaben von van den Hul das Auflösungsvermögen und die Ausgangsspannung des Tonabnehmers. Gleichzeitig bleibt die bewegte Masse gering, sodass der Abtastdiamant den feinen Modulationen der Schallplattenrille präzise folgen kann.
VDH-I-Diamantschliff
Der von A. J. van den Hul entwickelte VDH-I-Schliff besitzt Radien von 3 × 85 Mikrometern. Seine langgestreckte Kontaktfläche ermöglicht einen präzisen Kontakt mit den Rillenflanken und unterstützt eine detailreiche Abtastung.
Der spezielle Schliff ist darauf ausgelegt, auch feine musikalische Informationen zuverlässig auszulesen und Verzerrungen insbesondere in anspruchsvollen Passagen möglichst gering zu halten. Voraussetzung dafür ist eine sorgfältige Montage und Justage des Tonabnehmers.
Bor-Nadelträger für geringe bewegte Masse
Bor verbindet eine hohe Steifigkeit mit einem geringen Gewicht und eignet sich daher besonders für hochwertige Tonabnehmer. Der Bor-Nadelträger des MC-10 Special überträgt die Bewegungen des Abtastdiamanten präzise auf das Generatorsystem.
Die äquivalente Masse der Abtastspitze beträgt lediglich 0,35 Milligramm. Dadurch kann das System auch schnellen musikalischen Impulsen und feinen Dynamikverläufen kontrolliert folgen.
Selektierte Spulen aus Kristallsilberdraht
Für die Spulen verwendet van den Hul sorgfältig abgestimmten Kristallsilberdraht. Die selektierten Spulen tragen zu einer guten Kanalbalance, einer hohen Kanaltrennung und einer sauberen Signalübertragung bei.
Die Ausgangsspannung von 0,65 mV RMS bei 1 kHz und 5,7 cm/s ermöglicht den Betrieb an hochwertigen MC-Phonovorverstärkern. Als empfohlener Abschlusswiderstand nennt der Hersteller 200 Ohm.
Besondere Merkmale
- Individuell von Hand gefertigter MC-Tonabnehmer
- VDH-I-Diamantschliff mit 3 × 85 µm
- Hochwertiger Bor-Nadelträger
- Selektierte Spulen aus Kristallsilberdraht
- Ausgangsspannung von 0,65 mV pro Kanal
- Verstärkter Frontpol und zusätzlicher Magnet
- Geringe äquivalente Nadelspitzenmasse von 0,35 mg
- Frequenzbereich von 5 Hz bis 50.000 Hz
- Hohe Kanaltrennung
- Empfohlen für Tonarme mit 8 bis 12 g effektiver Masse
- Service und Erneuerung des Abtastsystems auf Anfrage möglich
Technische Daten
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Funktionsprinzip | Moving Coil |
| Abtastdiamant | VDH-I |
| Radien des Abtastdiamanten | 3 × 85 µm |
| Nadelträger | Bor |
| Spulenmaterial | Kristallsilberdraht |
| Frequenzbereich | 5 Hz bis 50.000 Hz |
| Empfohlene Auflagekraft | 13,5 bis 15,0 mN |
| Auflagekraft in Gramm | 1,35 bis 1,50 g |
| Statische Nadelnachgiebigkeit | 28 µm/mN |
| Abtastfähigkeit bei 15 mN und 315 Hz | 70 bis 80 µm |
| Ausgangsspannung bei 1 kHz und 5,7 cm/s | 0,65 mV RMS |
| Kanalabweichung | Kleiner als 0,5 dB |
| Kanaltrennung bei 1 kHz | Größer als 35 dB |
| Kanaltrennung bei 10 kHz | Größer als 30 dB |
| Äquivalente Nadelspitzenmasse | 0,35 mg |
| Systemgewicht | 8,2 g |
| Vertikaler Abtastwinkel | 22° |
| Empfohlener Abschlusswiderstand | 200 Ohm |
| Abschlusskapazität | Unkritisch |
| Empfohlene effektive Tonarmmasse | 8 bis 12 g |
| Spulenwiderstand pro Kanal | 9 Ohm ± 10 % |
| Fertigung | Individuelle Handfertigung |
Tonarm- und Phonostufen-Kompatibilität
Mit einem Systemgewicht von 8,2 Gramm und der empfohlenen effektiven Tonarmmasse von 8 bis 12 Gramm eignet sich der MC-10 Special besonders für leichte bis mittelschwere Tonarme.
Für den Betrieb wird ein hochwertiger MC-Phonoeingang benötigt. Der empfohlene Abschlusswiderstand von 200 Ohm ist ein sinnvoller Ausgangspunkt. Abhängig von Phonovorverstärker, Verkabelung und persönlichem Hörgeschmack kann eine behutsame Anpassung des Abschlusses sinnvoll sein.
Hinweise zur Montage und Einstellung
Der anspruchsvolle VDH-I-Schliff erfordert eine sorgfältige Justage. Besonders wichtig sind:
- korrekter Überhang
- präziser Kröpfungswinkel
- waagerechte Ausrichtung des Tonabnehmers
- sorgfältige Kontrolle des Azimuts
- Auflagekraft zwischen 1,35 und 1,50 Gramm
- passende Antiskating-Einstellung
- geeigneter Abschluss am MC-Phonovorverstärker
Die Montage und Feinjustage sollte idealerweise durch einen erfahrenen Fachhändler erfolgen. So lässt sich das klangliche und technische Potenzial des Tonabnehmers vollständig ausschöpfen.
Handgefertigt und langfristig betreubar
Der MC-10 Special wird individuell gefertigt. van den Hul bietet auf Anfrage eine Erneuerung des Abtastsystems sowie weitere Serviceleistungen an. Dadurch kann dieser hochwertige Tonabnehmer auch langfristig gewartet und weiterverwendet werden.
Da es sich um ein handgefertigtes Produkt handelt, kann die Lieferzeit variieren. Den aktuellen Liefertermin erfragen Sie bitte bei Ihrem autorisierten van-den-Hul-Fachhändler.
Fazit
Der van den Hul MC-10 Special kombiniert traditionelle Handarbeit mit anspruchsvoller Tonabnehmertechnik. VDH-I-Diamantschliff, Bor-Nadelträger, Kristallsilber-Spulen und der weiterentwickelte Magnetkreis schaffen die Voraussetzungen für eine präzise, fein aufgelöste und dynamische Schallplattenwiedergabe.
Ein hochwertiger Moving-Coil-Tonabnehmer für Analogliebhaber, die Wert auf sorgfältige Fertigung, exakte Abtastung und langfristige Servicefähigkeit legen.
Zusätzliche Informationen
| Nadelschliff | VDH-type 1 |
|---|---|
| Ausgangsspannung | 0,65mv / Kanal |
| Nadelträgermaterial | Boron |
| Spulenmaterial | Silber |
| Gehäusematerial | Aluminium |
| Einspielzeit | 45 Stunden |
| compliance | 35 micron |
| Produktfamilie | MC 10, MC One Special,MC Two, Frog, Frog Gold |
| Ausführung | Geschlossenes Gehäuse |
| Lieferumfang | Holzkästchen mit individuellen Produktmerkmale und Produktcode, Headshell Wasserwaage, Montageschrauben |
| Besonderheit | Handarbeit – Fairer Service – Reparaturfähig selbst nach Jahrzehnten |
| Upgrades | keine |
| Klangbeschreibung | Kraftvoll, dynamisch, angenehm, geschlossenes Klangbild |
| Musik Genre Empfehlung | Allrounder mit Empfehlung für Rock, Pop |
| Auflagekraft | 1,5g-1.35g |
| Antiskatingwert | maximal 0,6 |
| Kanal Ungleichheit | < 0.75 dB |
| Impedanz | 11-12 Ohm +/-10% |
Testberichte DDT
Testberichte DDT
Dieses gerade im HiFi-Bereich wahrlich überstrapazierte Wort kann nur noch in den seltensten Fällen auf seine wahre Bedeutung zurückgeführt werden. Zum Glück gibt es diese seltene Spezies immer noch: Den Hersteller, der seine Produkte mit der Hand fertigt
Angesichts des hier zu testenden Systems wird sich der eine oder andere treue Leser erinnert haben: Das DDT-II Special gab es doch in den Anfangstagen unseres Magazins doch schon einmal. Und diese Leser haben recht: In der offiziellen Nomenklatur van den Huls ist der Tonabnehmer der gleiche geblieben. Warum also noch einmal das Ganze? Nun – siehe oben. Das Wesen der Manufaktur ist nicht nur die manuelle Fertigung, sondern eben auch, dass der Meister in seiner Werkstatt bei jedem neuen Werkstück alle Erfahrungen aus der Vergangenheit einfließen lässt und so sukzessive jedes Modell nach seinem besten Wissen und Gewissen verändern und verbessern kann. Und so war das 2005er-DDT das beste, was man damals kaufen konnte und das 2013er das beste, das man heute kaufen kann. Aber keine Sorge: Das System ist von seinem grundsätzlichen Aufbau gar nicht so sehr verändert worden – in Sachen Nadelträger und Diamant hat sich nichts verändert. Dafür sind die wie immer handschriftlich im Deckel der Holzschachtel vermerkten Empfehlungen für die Abschlussimpedanz deutlich nach unten gewandert, während die Ausgangsspannung gleich geblieben ist. Das deutet auf einen geringeren Innenwiderstand und weniger Wicklungen auf der Spule hin, was in Sachen Spannung durch ein stärkeres Magnetfeld oder eine weiter optimierte Magnetfeldgeometrie kompensiert werden kann.
Nach wie vor erledigt Meister van den Hul das händische Wickeln der Spulen, das Vorbohren und Kleben des Diamanten im Nadelträger sowie die gesamte Montage und Einstellung des fertigen Systems selbst – bei seinem letzten Besuch in der Redaktion konnte er aber vermelden, dass es bei der Nachfolgeregelung in Sachen Tonabnehmerbau und -service Fortschritte gibt. Mit einer angegebenen Compliance von 28 liegt das DDT in puncto Nadelnachgiebigkeit etwas unter den sehr weichen 35 der meisten anderen van den Huls, so dass mit dem praxisgerechten Gesamtgewicht von nur knapp über acht Gramm der Betrieb an allen mittelschweren Armen ohne Probleme möglich ist. Der Hersteller selbst empfiehlt Tonarme mit effektive Massen zwischen acht und vierzehn Gramm, während die Auflagekraft bei moderaten eineinhalb Gramm liegt. Auf dem sehr leichten Bor-Nadelträger sitzt der Diamant mit dem berühmt-berüchtigten vdH-I-Nadelschliff, der allerdings durch polierte Kanten heutzutage nicht mehr ganz so extrem ausfällt wie die legendenbildende Ursprungsversion, die viel zur Polarisierung der vdH-Freunde und -Gegner beigetragen hat. Beim Hörtest gab es dann eine kleine Überraschung: Das aktuelle DDT-II Special hat im ersten Moment nichts mit den der vdH-Familie üblicherweise zugeschriebenen Klangeigenschaften zu tun. Da ist nichts von einer fast schon sezierenden Hochtonauflösung und -energie, sondern erst einmal einfach – Musik.
Erdig, dynamisch aus der Mitte heraus marschiert das DDT drauflos und sagt dem verblüfften Hörer: „Wir können auch anders“. In einem kurzen Quercheck zu meinem Galerietonabnehmer The Condor zeigt das DDT eine Menge von dessen Ruhe und Kraft, freilich, ohne dessen absolute Souveränität zu erreichen. Statt dessen musiziert es – und das fi nde ich persönlich ungemein sympathisch – mit einer gewissen muskelbepackten Dreckigkeit, die ihren ganz eigenen Charme verströmt. Flexibel reagiert das DDT-II Special auf die Einstellung des Abschlusswiderstands: Die eben beschriebene Abstimmung erzielt man mit einem Impedanzwert von etwa 50 Ohm (der sogar noch unterschritten werden darf), während eine Steigerung auf 200 Ohm oder mehr die ursprüngliche Erwartungshaltung an ein vdH-System eher befriedigt – die ganz hohen Töne werden prägnanter herausgearbeitet, während der Grund- und Mitteltonbereich etwas verschlankt. Das kann man mögen – mein Ding ist es nicht so sehr, habe ich mich doch schon in die sehr „analoge“ Spielweise verliebt, die das DDT mit dem empfohlenen Abschlusswiderstand zeigt.
Recht deutlich reagiert das System übrigens auch auf Veränderungen des Vertical Tracking Angle (VTA) mittels Höhenverstellung des Tonarms, so dass man unter dem Strich eine riesige Spielwiese zum Einstellen und Ausprobieren hat – ein nicht zu unterschätzender Teilaspekt für viele HiFi-Hobbyisten. Die angesprochene Erdigkeit und Direktheit geht übrigens nicht zulasten der Fähigkeit des Systems, Details aufzulösen – es geht hier mehr um die zentrale Ausrichtung, während die Feinauflösung eher Akzente am Rand setzt. Das ist gut für die räumliche Darstellung und die Feindynamik, die vdH-typisch ungemein präzise umgesetzt wird. Gerade bei einer konsequent analogen Aufnahme wie die neu erschienene Erste von Gustav Mahler mit den Wiener Symphonikern unter Fabio Luisi ist das DDT in seinem Element: Kraftvoll und rund aus einem absolut stabilen Klangzentrum heraus werden die im ersten Satz so weit verteilten Klangtupfer tief und breit im virtuellen Konzertsaal verteilt, sind aber auch in Tutti-Passagen räumlich klar zuzuordnen. Beeindruckend finde ich die 1:1-Umsetzung der Akustik des Aufnahmeraums – hier kann auch das große The Condor nichts mehr draufsetzen; der Unterschied ist mehr im Umgang mit großen Dynamiksprüngen zu sehen, wo das immerhin viermal so teure System noch etwas leichtfüßiger agiert.
Zu ganz großer Form läuft das DDT bei Jazz, Rock und Pop auf, wo es mit guten Aufnahmen ein wahres Feuerwerk an Dynamik, Schwung und Rhythmik entfacht und sogar leblosen aktuellen Produktionen wieder einen Hauch analoger Seele verleiht.
Fazit
Auch im Jahr 2013 hat van den Huls „Einsteigersystem“ DDT-II Special ein gewaltiges Wörtchen mitzureden – so lebendig und erdig spielt in der Klasse um 1.000 Euro kein Zweiter.










